Astronomen sind in der Milchstraße auf mögliche Überreste einer fremden Galaxie gestoßen. Sie könnte in der noch jungen Milchstraße mit dieser verschmolzen sein, schreibt eine Gruppe um Federico Sestito von der University of Hertfordshire im Fachblatt »Monthly Notices of the Royal Astronomical Society« .
Die Milchstraße bildete sich etwa 800 Millionen Jahre nach dem Urknall, sie ist damit rund 13 Milliarden Jahre alt. Ihre heutige Größe und Form erreichte sie auch, weil sie mehrfach kleinere Sternenhaufen schluckte, etwa die Galaxie Gaia-Enceladus. Wie oft es zu Fusionen kam, wissen Forschende bislang nicht.
Die Wissenschaftler untersuchten eine Gruppe von 20 metallarmen Sternen, die einander chemisch ähneln, sich von anderen Sternen in ihrer Umgebung aber deutlich unterscheiden. Weil sie sich in der Hauptscheibe der Milchstraße und nicht im äußeren sogenannten Halo befinden, nehmen die Forscher an, dass sie vor langer Zeit aufgenommen wurden.
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Mithilfe von Computersimulationen analysierte die Forschungsgruppe genauer, ob die Sterne einen gemeinsamen Ursprung haben. Elf der untersuchten Sterne bewegen sich mit der Rotation der Milchstraße, neun dagegen.
Die Simulationen hätten ergeben, dass die metallarmen Sterne vermutlich »Überreste eines uralten Systems« seien, schreiben die Forscher. Nach einem Gott der nordischen Mythologie nennen sie dieses »Loki«. Die Sterne könnten auch aus zwei verschiedenen Systemen stammen, dies sei allerdings »weniger wahrscheinlich«.
