SpOn 21.05.2026
12:46 Uhr

Gaza: Israel schiebt offenbar Hunderte Aktivisten ab


Ein Video des Polizeiministers Ben-Gvir zwischen gefesselten Aktivisten hat für Empörung gesorgt. Nun werden Berichten zufolge Hunderte Gaza-Unterstützer abgeschoben. Und: Polen bestellt den israelischen Diplomaten ein.

Gaza: Israel schiebt offenbar Hunderte Aktivisten ab

Israel hat offenbar mit der Abschiebung Hunderter Gaza-Aktivisten begonnen. Alle internationalen Teilnehmer der Gaza-Hilfsflotte sollen aus dem Gefängnis entlassen worden sein und seien nun auf dem Weg zur Abschiebung, das berichten die Nachrichtenagenturen AP und dpa in Berufung auf die Menschenrechtsorganisation Adalah. Die meisten Aktivisten sollen demnach vom Ramon-Flughafen im Süden Israels aus ausfliegen.

Adalah wirft Israel Folter, Demütigung und unrechtmäßige Inhaftierung friedlicher Aktivisten vor. Das israelische Nachrichtenportal »ynet« berichtete unter Berufung auf Adalah, vier Aktivisten seien bereits über den internationalen Flughafen Ben Gurion bei Tel Aviv ausgeflogen.

Ein Video des israelischen Polizeiministers Itamar Ben-Gvir, das die Gaza-Aktivisten nach ihrer Festnahme in demütigender Weise zeigte, hatte zuvor international für Empörung gesorgt. Es zeigt den Minister mit einer Gruppe Anhänger und eine israelische Flagge schwenkend zwischen gefesselten und knienden Aktivisten der internationalen Gaza-Hilfsflotte in der israelischen Hafenstadt Aschdod. Lesen Sie hier mehr dazu.

Israelische Diplomaten einbestellt

In Reaktion auf das Video bestellte Polen am Vormittag den israelischen Spitzendiplomaten im Land ein. Außenminister Radosław Sikorski ‌beorderte den Geschäftsträger der israelischen Botschaft in sein Ministerium. Er forderte die sofortige Freilassung der festgenommenen Aktivisten, unter denen auch polnische Staatsbürger sind, sowie eine Entschuldigung. »Polen verurteilt das Verhalten von Vertretern der israelischen Behörden ​gegenüber den von der israelischen Armee festgehaltenen Aktivisten der ›Global Sumud Flotilla‹ [...] aufs Schärfste«, schrieb ⁠Sikorski auf der Plattform X .

Mehr zum Thema

Auch Frankreich, Spanien, Portugal, die Niederlande und Kanada bestellten aus Protest ‌gegen das Video den israelischen Botschafter ein. Die Bundesregierung, Italien und die EU-Kommission verurteilten Ben-Gvirs Verhalten als inakzeptabel. Lesen Sie hier mehr zu den Reaktionen.

atr/Reuters/dpa