SpOn 28.04.2026
10:19 Uhr

Geburten: Zahl sinkt 2025 auf niedrigsten Stand der Nachkriegszeit


Im vergangenen Jahr wurden 654.300 Kinder geboren. Das sind nicht nur 3,4 Prozent weniger als 2024, es ist auch ein historischer Tiefstand. Nur ein Bundesland meldet einen Geburtenzuwachs.

Geburten: Zahl sinkt 2025 auf niedrigsten Stand der Nachkriegszeit

Im vergangenen Jahr kamen in Deutschland so wenige Babys zur Welt wie noch nie seit 1946. Die Zahl der Geburten sank zum vierten Mal in Folge, wie das Statistische Bundesamt mitteilt.  Vorläufigen Ergebnissen zufolge wurden 2025 rund 654.300 Kinder geboren, 3,4 Prozent weniger als im Jahr zuvor.

Die Zahl der Sterbefälle überstieg 2025 mit rund 1,01 Millionen die Zahl der Geburten um rund 352.000. Dies sei das größte Geburtendefizit der Nachkriegszeit.

Anstieg in Hamburg, starker Rückgang in Mecklenburg-Vorpommern

Die Behörde verwies darauf, dass nun die zahlenmäßig kleinen Geburtsjahrgänge der Neunzigerjahre in das Alter von Anfang 30 kämen, in dem häufig die Entscheidung für Kinder falle. Außerdem sinke seit 2022 die »zusammengefasste Geburtenziffer«, vereinfacht gesagt die durchschnittliche Zahl der Kinder je Frau.

Die Entwicklung war wie in den vergangenen Jahren auch 2025 in Deutschland uneinheitlich. Der Rückgang bei den Geburten war in den östlichen Bundesländern mit minus 4,5 Prozent stärker als in den westlichen mit minus 3,2 Prozent. Ausschließlich Hamburg meldete laut Bundesamt mit plus 0,5 Prozent einen leichten Anstieg. Den stärksten Rückgang gab es in Mecklenburg-Vorpommern mit minus 8,4 Prozent.

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Auch in anderen europäischen Ländern gab es 2025 weniger Neugeborene, darunter nach vorläufigen Ergebnissen Frankreich, Österreich, Italien und Schweden. In Spanien, den Niederlanden und Finnland zeichne sich dagegen eine Stabilisierung ab, wie das Bundesamt mitteilt.

Niveau von 2021 nicht erreichbar

In Deutschland werde die Geburtenzahl künftig selbst unter günstigen Annahmen voraussichtlich unter dem vergleichsweise hohen Niveau des Jahres 2021 von rund 795.000 geborenen Kindern bleiben, so das Bundesamt. Dies zeigten Ergebnisse der Bevölkerungsvorausberechnung.

Endgültige und ausführliche Ergebnisse zum Thema Geburten sollen im Juli 2026 vorliegen. Stabil blieb den Angaben zufolge 2025 die Struktur der Geburten: 46,6 Prozent der Babys waren Erstgeborene, 34,8 Prozent Zweitgeborene und 18,6 Prozent das dritte oder weitere Kind.

bbr/dpa