SpOn 08.05.2026
08:16 Uhr

Giro d’Italia 2026: Das müssen Sie vor dem Radsport-Klassiker wissen


Am 8. Mai startet die 109. Ausgabe des Giro d’Italia. Wer als klarer Favorit gilt, welche deutschen Fahrer auf Etappensiege hoffen und warum der Start in Osteuropa erfolgt, erfahren Sie hier.

Giro d’Italia 2026: Das müssen Sie vor dem Radsport-Klassiker wissen

Am 8. Mai startet der diesjährige Giro d’Italia. Die 109. Ausgabe des historisch bedeutsamen Radsportklassikers endet nach 21 Etappen am 31. Mai in Rom. Alles Wichtige zur Italien-Rundfahrt erfahren Sie hier.

Wie wichtig ist der Giro?

Der Giro zählt neben der Tour de France und der Vuelta a España zu den drei großen Landesrundfahrten im Radsport. Zwar ist er weniger prestigeträchtig als die Tour de France. Dennoch wird ihm eine große Bedeutung beigemessen. Als erste der drei großen Landesrundfahrten ist der Giro so etwas wie der kleine Bruder der großen Frankreich-Schleife.

Kurz nach der Saison der Frühjahrsklassiker rücken die Rundfahrt-Spezialisten in den Mittelpunkt und kämpfen um das Rosa Trikot. Doch wegen der zeitlichen Nähe zur Tour (4. bis 26. Juli) verzichten hin und wieder Stars auf die Teilnahme, in diesem Jahr etwa Tadej Pogačar – was der Volksfeststimmung in der stolzen Radsportnation aber keinen Abbruch tun wird.

2024 gab Tadej Pogačar das Rosa Trikot nicht mehr her, in diesem Jahr fehlt er

2024 gab Tadej Pogačar das Rosa Trikot nicht mehr her, in diesem Jahr fehlt er

Foto: Massimo Paolone / dpa

Wieso beginnt der Giro in Bulgarien?

Seit Jahrzehnten ist es üblich, dass die großen Landesrundfahrten immer wieder einmal im Ausland beginnen. Beim Giro war das erstmals 1966 in Monaco der Fall. Deutschland war in der langen Geschichte des Events allerdings noch nie Schauplatz der »Grande Partenza« (Start der Rundfahrt).

2026 stehen gleich drei Etappen in Bulgarien auf dem Programm, so richtig anspruchsvoll wird es dabei aber noch nicht. Die erste Etappe von Nessebar nach Burgas ist flach, danach warten zwei mittelschwere Teilstücke auf die Fahrer, die am dritten Tag die Hauptstadt Sofia erreichen, ehe der lange Transfer in Richtung Italien ansteht.

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Wie schwierig wird der Giro danach?

Sehr schwer. Fast 3500 Kilometer und 49.150 Höhenmeter haben die Radprofis auf den 21 Etappen insgesamt zu überwinden. Schon das 40,2 Kilometer lange Zeitfahren in der Toskana kommt anspruchsvoll daher, speziell in der Endphase wird der Giro dann zur Tortur: Die Entscheidung auf dem Weg nach Rom fällt wohl bei den buckelharten Bergetappen in den Dolomiten.

Wer gewinnt den Giro?

Jonas Vingegaard – zumindest, wenn es nach den Experten und Wettanbietern geht. Sollte der 29 Jahre alte Däne gesund und von schwereren Stürzen verschont bleiben, käme ein anderer Sieger einer Sensation gleich . Zu sehr liegt dem zweimaligen Tour-Sieger die berglastige Strecke, zu unerfahren sind die Konkurrenten um Giulio Pellizzari vom deutschen Team Red Bull-Bora-hansgrohe und Felix Gall (Österreich). Auch der ehemalige Tour-Sieger Egan Bernal ist nicht mehr der Alte; Vorjahressieger Simon Yates hat seine Karriere mittlerweile beendet.

Und was ist mit Florian Lipowitz?

Der verzichtet auf einen Start beim Giro und legt den Fokus nach seinem Erfolg bei der Tour de France im vergangenen Jahr (Platz drei) voll auf die Frankreich-Rundfahrt.

Die acht deutschen Fahrer im Feld werden mit dem Kampf um die Gesamtwertung nichts zu tun haben, wollen stattdessen als Helfer und Etappenjäger überzeugen. Pascal Ackermann hofft auf weitere Siege in den Massensprints – 2019 gewann das Kraftpaket aus Kandel zwei Teilstücke in Italien, 2023 ein weiteres. Auch Ausreißer-Experte Nico Denz durfte beim Giro schon dreimal jubeln. Zum Aufgebot zählen unter anderen noch Jonas Rutsch, Felix Engelhardt und Max Walscheid.

Pascal Ackermann, hier bei der Tour de France 2025, hofft auf weitere Siege in den Massensprints

Pascal Ackermann, hier bei der Tour de France 2025, hofft auf weitere Siege in den Massensprints

Foto: Anne-Christine Poujoulat / AFP / dpa

Und sonst?

Sonst ist da noch Marcel Kittel. Der ehemalige Weltklasse-Sprinter hat seine Karriere bereits 2019 beendet, doch in diesem Jahr fiebert er beim Giro wieder intensiv mit. Warum? Weil Kittel seit etwa einem halben Jahr beim Wildcard-Team Unibet Rose Rockets als Sprinttrainer angestellt ist. Sein aussichtsreichster Schützling ist in Italien ein einstiger Konkurrent: der Niederländer Dylan Groenewegen.

Wer überträgt den Giro?

Eurosport ist bei jeder Etappe mehrere Stunden lang live auf Sendung. Die komplette Übertragung ist auf HBO Max zu sehen.

Wer gewann zuletzt?

Zu den Rekordsiegern der Italien-Rundfahrt zählt auch Radsportlegende Eddy Merckx. Der Belgier sicherte sich, ebenso wie Fausto Coppi und Alfredo Binda (beide aus Italien), fünfmal den ersten Platz im Gesamtklassement. Ein Deutscher konnte den Giro bislang nie gewinnen. Hier finden Sie die Gewinner seit 2010:

2010: Ivan Basso
2011: Michele Scarponi
2012: Ryder Hesjedal
2013: Vincenzo Nibali
2014: Nairo Quintana
2015: Alberto Contador
2016: Vincenzo Nibali
2017: Tom Dumoulin
2018: Chris Froome
2019: Richard Carapaz
2020: Tao Geoghegan Hart
2021: Egan Bernal
2022: Jai Hindley
2023: Primož Roglič
2024: Tadej Pogačar
2025: Simon Yates

bam/sid