SpOn 14.10.2026
09:51 Uhr

Grönland: Donald Trump kündigt baldige Erschließung von Rohstoffen an


Mit einem gemeinsamen Abkommen sollten die Übernahmefantasien des US-Präsidenten für Grönland gedämpft werden. Nun kündigt Donald Trump an, dass schon bald Rohstoffe zugänglich gemacht werden sollen.

Grönland: Donald Trump kündigt baldige Erschließung von Rohstoffen an

Wenige Wochen nach der Unterzeichnung eines Sicherheitsabkommens hat US-Präsident Donald Trump eine umfassende Erschließung von Öl-, Gas- und Mineralvorkommen ​in Grönland angekündigt. Dies stehe kurz bevor, teilte Trump auf seiner Onlineplattform Truth Social mit. Details zu den Plänen nannte er nicht. Es gebe Experten, die davon ausgingen, dass die Menge an leicht verfügbarem Öl weitaus ​größer sei als in fast jedem anderen Land der Welt, ⁠erklärte ⁠er. Die Insel bezeichnete er in seiner Nachricht »unser neues und wunderschönes Grönland«.

Die USA hatten sich vergangenen Monat mit Dänemark und Grönland auf eine dauerhafte Ausweitung ihrer Militärpräsenz auf der ‌Insel geeinigt. Dänemark und Grönland ​betonten, dass ‌die Souveränität Grönlands damit aber nicht beeinträchtigt sei. Ein künftiger Angriff auf die USA müsse über Grönland erfolgen, schrieb Trump nun weiter. Die ‌US-Verteidigung werde dort routinemäßig Drohnen, Raketen oder andere noch nicht einmal erdachte Waffen abfangen.

Die ‌Einigung soll die Spannungen zwischen ​den beteiligten ‌Ländern beenden. Trump hatte in der Vergangenheit ‌wiederholt ​gedroht, das strategisch wichtig gelegene Grönland unter US-Kontrolle bringen zu wollen. Der Konflikt sorgte für eine zeitweilige Präsenz europäischer Soldaten vor Ort. 

Trump-Umfeld redet viel und macht wenig auf Grönland

Ob es auf der Insel tatsächlich zeitnah zur Erschließung von Rohstoffen im relevanten Umfang kommt, ist allerdings fraglich. Bereits in der Vergangenheit hatten Trump und sein Umfeld mit Fantastereien den Konflikt um Grönland befeuert, ohne, dass konkrete Schritte folgten.  Lukrativ scheinen die Spekulationen um wertvolle Rohstoffe bislang hauptsächlich für MAGA-loyale Berater, die davon leben, den baldigen Abbau im Eis zu propagieren.

Grönländische Hauptstadt Nuuk in der Dämmerung

Grönländische Hauptstadt Nuuk in der Dämmerung

Foto: Tim Barsoe / REUTERS

Im Sommer kündigte das texanische Unternehmen Greenland Energy an, bald mit der Arbeit vor Ort zu beginnen. Über ein Firmenkonstrukt wurden zumindest ein Bagger, Container so wie Ausrüstung in den abgelegenen Osten der Insel gebracht.

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Grönländische Behörden stoppten die Firma und ihre Partner jedoch rasch und verwiesen auf nötige Umweltverträglichkeitsprüfungen. Man gehe davon aus, dass die geplanten Bohrarbeiten »im Winter 2026/2027 nicht durchgeführt werden können«, hieß es damals.

jpe/Reuters