SpOn 12.09.2026
10:46 Uhr

Großbritannien: Rekordspenden für britische Rechtspartei Reform UK


Unheimlicher Geldsegen für Großbritanniens Rechtspopulisten: Nigel Farages Partei Reform UK hat zwei gigantische Einzelspenden erhalten. In beiden Fällen stecken Krypto-Unternehmer dahinter.

Großbritannien: Rekordspenden für britische Rechtspartei Reform UK

Der Geldsegen für Großbritanniens Rechtspopulisten wird immer größer. Laut einem Bericht der Zeitung »The Telegraph« hat Nigel Farages Partei Reform UK binnen weniger Tage noch eine weitere Millionenspende erhalten. Wieder sollen es dem Bericht zufolge 36 Millionen Pfund sein (umgerechnet etwa 42 Millionen Euro) – und wieder soll der Spender ein Geschäftsmann aus der Kryptowährungsbranche sein (hier geht es zu dem Bericht ).

Falls Sie das Gefühl haben, diese Nachricht schon einmal gelesen zu haben: Erst kurz zuvor war bekannt geworden, dass Farages Partei 36 Millionen Pfund von einem anderen Krypto-Geschäftsmann bekommen hat. Diese erste Spende stammt von einem Mann namens Ben Delo, der »Telegraph« hatte Freitag darüber berichtet. Die neue 36-Millionen-Pfund-Spende kommt hingegen von Christopher Harborne. Er erwarte für seine Spende natürlich keine Gegenleistung, teilte Harborne dem »Telegraph« mit. Ihn interessierten weder Adelstitel noch Änderungen am politischen Kurs. Er wolle investieren in »eine Partei, die bereit ist, die Regierungsgeschäfte zu übernehmen«.

Rekordspende folgt auf Rekordspende

Bereits die erste Spende von Ben Delo machte Schlagzeilen, weil es sich um die größte Einzelspende an eine politische Partei in Großbritannien seit Beginn der Aufzeichnungen. Reform-Chef Nigel Farage sagte der Zeitung »The Telegraph «, er fühle sich durch das Vertrauen des Spenders »geehrt«.

Der Kryptounternehmer Delo sagte dem Bericht zufolge, er spende die 36 Millionen Pfund, um einen »fairen Kampf« bei den Wahlen zu gewährleisten. Ein neues Parlament wird im Vereinigten Königreich planmäßig erst 2029 wieder gewählt. Zur Einordnung: Bis zu dieser Woche hatte der Spendenrekord bei 10 Millionen Pfund gelegen, so der »Telegraph«. Damals war das Geld an die Konservativen gegangen.

Reform war in den vergangenen Wochen mehrfach durch mutmaßliche Spendenskandale in die Schlagzeilen geraten. Die Polizei untersucht in einer Investigativrecherche erhobene Vorwürfe, die nahelegen, dass hochrangige Parteivertreter versucht haben, Spenden aus ausländischen Quellen zu verschleiern. Für die Annahme von Geldern gelten in Großbritannien strenge Regeln.

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Gegen Farage läuft zudem eine parlamentarische Untersuchung, nachdem er 2024 ein Geldgeschenk in Höhe von fünf Millionen Pfund (5,8 Millionen Euro) erhalten und nicht angegeben hatte. Der einstige Brexit-Vorkämpfer sagt, dass es sich nicht um eine Spende, sondern um ein persönliches Geschenk ohne Bedingungen gehandelt habe.

Im Sommer war Farage wegen der Vorwürfe und der daraus resultierenden Untersuchung von seinem Parlamentssitz zurückgetreten, er ließ sich in der nötig gewordenen Nachwahl im Wahlkreis Clacton aber erneut wählen. Beobachter sehen den Reform-Chef inzwischen als geschwächt an, in Umfragen ist Reform nicht mehr so stark wie vor einigen Monaten.

Die Brexit-Vorreiter von Reform UK grenzen sich von der AfD ab und inszenieren sich als Regierung in Wartestellung. Doch zwei Dinge passen nicht ins Bild. Hier lesen Sie mehr .

svs/dpa