SpOn 02.10.2026
23:34 Uhr

Großbritannien: Verdächtiger im Mordfall Ann Widdecombe soll auch Anschlag auf Nigel Farage geplant haben


Ihm wird bereits die Ermordung der ultrakonservativen Politikerin Ann Widdecombe vorgeworfen. Nun ergänzt die Staatsanwaltschaft die Vorwürfe gegen den 28 Jahre alten Briten.

Großbritannien: Verdächtiger im Mordfall Ann Widdecombe soll auch Anschlag auf Nigel Farage geplant haben

Im Fall der ermordeten Politikerin Ann Widdecombe haben die britischen Ermittler weitere Vorwürfe gegen den Angeklagten erhoben. Der 28-Jährige steht unter Terrorverdacht, er soll geplant haben, den Reform-UK-Chef Nigel Farage anzugreifen. Das teilte die Polizei der Nachrichtenagentur Reuters zufolge mit.

Demnach wurde der Mann auch wegen der Vorbereitung von Terroranschlägen im Zeitraum von Mai 2024 bis Juli dieses Jahres angeklagt. Teilweise bezogen sich diese Vorbereitungen laut Staatsanwaltschaft auf Farage. Weitere Details wurden nicht bekannt. Der Mann soll am kommenden Mittwoch in London vor Gericht erscheinen.

Der 28-Jährige ist bereits für den Mord an der Ex-Ministerin Widdecombe angeklagt. Die rechtsgerichtete Politikerin und prominente Brexit-Befürworterin Widdecombe war am 9. Juli tot in ihrem Haus im Dartmoor in der Grafschaft Devon (Südwestengland) aufgefunden worden. Der Leichnam der 78-Jährigen wies laut Polizei »schwere Verletzungen« auf.

Widdecombe saß von 1987 bis 2010 für die konservativen Tories im britischen Parlament. Später zog sie als überzeugte Befürworterin des EU-Austritts für die Brexit-Partei von Brexit-Vorkämpfer Nigel Farage als Abgeordnete ins Europäische Parlament und wurde danach Sprecherin der Nachfolgepartei Reform UK.

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Die Partei von Farage sieht sich aktuell in einen mutmaßlichen Spendenskandal verwickelt. Im Sommer war Farage wegen der Vorwürfe und der daraus resultierenden Untersuchung von seinem Parlamentssitz zurückgetreten, er ließ sich in der nötig gewordenen Nachwahl im Wahlkreis Clacton aber erneut wählen.

Gegen Farage läuft zudem eine parlamentarische Untersuchung, nachdem er 2024 ein Geldgeschenk in Höhe von fünf Millionen Pfund (5,8 Millionen Euro) erhalten und nicht angegeben hatte. Beobachter sehen den Reform-Chef inzwischen als geschwächt an, in Umfragen ist Reform nicht mehr so stark wie vor einigen Monaten.

fwu/Reuters