SpOn 12.10.2026
16:47 Uhr

Hacker tauen Ware in hunderten französischen Supermärkten ab


Fleisch, Fisch, Pizza: Hunderte Supermärkte in Frankreich müssen gekühlte Ware entsorgen, der Schaden geht in die Millionen. Unbekannte Angreifer hatten eine Lücke in einem Steuerungsgerät ausgenutzt.

Hacker tauen Ware in hunderten französischen Supermärkten ab

Ein Cyberangriff hat die Kühlanlagen in Hunderten französischen Supermärkten umfunktioniert, sodass große Mengen gekühlter und gefrorener Waren in der Nacht zum Montag aufgetaut wurden und nun vernichtet werden müssen. Nach ersten Berichten sind bis zu 200 Filialen der Supermarktkette Intermarché und knapp 100 Geschäfte der Coopérative U betroffen, wie beide Unternehmen am Montag der Nachrichtenagentur AFP bestätigten. Hacker hätten »aus der Ferne das Abtauen der Kühlanlagen ausgelöst«, erklärte ein Sprecher von Intermarché.

Die Staatsanwaltschaft sprach von einem »groß angelegten Cyberangriff auf die vernetzten Kühlsysteme mehrerer großer Lebensmittelmärkte im ganzen Land«. Den Ermittlern zufolge brachen in einigen betroffenen Supermärkten als Folge der Attacke Feuer aus. Eine auf Cyberkriminalität spezialisierte Einheit übernahm die Ermittlungen.

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Laut Medienberichten sind auch Supermärkte der Unternehmen E.Leclerc, Monoprix und Carrefour betroffen. Die Hacker hätten Kühlanlagen des dänischen Herstellers Danfoss angegriffen, berichtete der Sender BFM.

Intermarché verwies darauf, dass das Ausmaß der Schäden laut Medienberichten mehrere Millionen Euro betragen könnte. Derartige Vorfälle seien nicht durch Versicherungen abgedeckt.

Die Sicherheitsberatungsfirma Claroty hatte zuvor mehrere Schwachstellen in den Steuerungsgeräten von Danfoss identifiziert . Dazu gehörte auch die Möglichkeit, sich mit einem alternativen Passwort in das System einzuloggen, das sich jeden Tag änderte. Doch die Sicherheitsanalysten konnten nachvollziehen, wie dieses Passwort gebildet wurde, und erhielten so beliebigen Zugang zu den Anlagen. Danfoss hatte daraufhin ein Update für seine Systeme veröffentlicht.

tmk/AFP