SpOn 30.05.2026
19:49 Uhr

Hamm: Klimaschützer protestieren mit einem Windrad aus Menschen gegen geplante Gaskraftwerke


Unter dem Motto »Zukunft statt Gas – Energiewende verteidigen« haben Klimaaktivisten für den Ausbau erneuerbarer Energien protestiert – mit einem kreativen Zeichen. 2000 Menschen sollen an der Formation beteiligt gewesen sein.

Hamm: Klimaschützer protestieren mit einem Windrad aus Menschen gegen geplante Gaskraftwerke

Von oben war es gut zu erkennen: Als Zeichen für eine Energiewende ohne Erdgas haben Klimaaktivisten ein symbolisches Windrad dargestellt. Zum Abschluss einer Demonstration gegen den Bau neuer Gaskraftwerke stellten sie sich auf einer früheren Bergbauhalde auf. An der Windrad-Aktion im westfälischen Hamm beteiligten sich nach Angaben der Organisatoren rund 2000 Menschen.

Unter dem Motto »Zukunft statt Gas – Energiewende verteidigen« hatten sie zuvor gegen den von der Bundesregierung geplanten Bau neuer Gaskraftwerke und für den Ausbau erneuerbarer Energien demonstriert. Die wasserstofffähigen Anlagen sollen zunächst mit Erdgas betrieben werden. Sie sollen nach dem Abschalten der Kohlekraftwerke bei Dunkelflauten die Stromversorgung sicherstellen.

Zu der Demonstration hatten die Umwelt- und Klimaschutzorganisationen Fridays for Future, Greenpeace, BUND und Campact aufgerufen. An ihr nahmen laut Polizei rund 2700 Menschen teil. Die Organisatoren sprachen von 5000 Teilnehmenden.

»Tausende Menschen sind heute in Hamm zusammengekommen, um gemeinsam ein starkes, kreatives und friedliches Zeichen für eine gerechte Energiewende zu setzen«, erklärten die Organisatoren. Die Zukunft gehöre den erneuerbaren Energien, nicht neuen fossilen Abhängigkeiten. »Wir wollen Zukunft statt Gas – und stellen uns mit vereinten Kräften dem klimapolitischen Rollback der Bundesregierung entgegen.«

Demonstranten bilden gemeinsam vor der Kulisse eines Kraftwerkes die Form eines Windrads

Demonstranten bilden gemeinsam vor der Kulisse eines Kraftwerkes die Form eines Windrads

Foto: Bernd Thissen / dpa

Mit dem Bau neuer Gaskraftwerke würden falsche energiepolitische Prioritäten gesetzt. Statt den Ausbau erneuerbarer Energien entschlossen voranzutreiben, würden zentrale Fortschritte der Energiewende ausgebremst und Milliardenbeträge in klimaschädliche fossile Infrastruktur investiert, hieß es in einer Mitteilung.

Seit mehreren Tagen gibt es in Hamm auch ein »Klimacamp«, das noch bis Dienstag im Lippepark stattfindet.

Am Freitag gab es an mehreren Orten im Ruhrgebiet Protestaktionen, an denen auch das Bündnis Ende Gelände beteiligt war. Aktivisten betraten dabei Firmengelände und besetzten Schienen. In Gelsenkirchen gelangten sie auf ein Kraftwerksgelände. Die Polizei leitete allein dort 258 Strafverfahren ein, unter anderem wegen Hausfriedensbruch und Sachbeschädigung.

Die Organisation Ende Gelände berichtete am Samstagmorgen, ein Teil der Protestteilnehmer werde von der Polizei festgehalten und warf dieser vor, repressiv gegen friedlichen Protest vorzugehen.

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kah/dpa/AFP