Am 2. Oktober geht es los: Die Bahnstrecke zwischen Berlin und Hannover wird grundsaniert und voraussichtlich bis Ende 2027 für den Fernverkehr gesperrt. Die Fahrtzeit auf dem wichtigen Ost-West-Korridor verlängert sich mit Umleitungen um 80 Minuten. Für den Nahverkehr werden Busse als Ersatz eingesetzt.
Der Abschnitt gehört laut Deutscher Bahn zur »wichtigsten Verbindung zwischen Berlin und Nordrhein-Westfalen«. Täglich fahren dort mehr als 400 Züge des Nah- und Fernverkehrs sowie rund 90 Güterzüge. Nach dem Korridor Hamburg–Berlin, der bis Juni grundsaniert wurde, ist die Strecke mit 221 Kilometern die zweitlängste Achse, die im Rahmen des Konzepts der Korridorsanierung grundlegend erneuert wird.
Ursprünglich hätte eine Parallelstrecke, die Lehrter Stammbahn, zur Entlastung der Fahrgäste während der Sanierungsarbeiten beitragen sollen. Weil diese jedoch noch elektrifiziert werden muss, wird daraus nichts.
Folgen für Fern- und Nahverkehr
Ab Oktober fahren Fernzüge zwischen Hannover und Berlin nicht mehr über Wolfsburg, sondern über Braunschweig und Magdeburg. Insbesondere in Magdeburg gibt es daher künftig deutlich mehr Fernverkehrshalte. Die Züge zwischen Amsterdam und Berlin – drei bis vier Zugpaare pro Tag – werden über Hamburg umgeleitet, was zu einer etwa 70 Minuten längeren Fahrzeit führt.
Das ursprüngliche Verkehrskonzept ab Fahrplanwechsel Mitte Dezember wird derzeit wegen der fehlenden Ausweichstrecke über die Lehrter Stammbahn noch überarbeitet. Geplant sind »drei Fernverkehrszüge pro Richtung im Zeitraum von zwei Stunden sowie weitere Einzelverbindungen zwischen Hannover und Berlin«. Die Fahrzeit verlängert sich um rund 80 Minuten.
Die Bahn will nach eigenen Angaben während der Bauphase »ein verlässliches Grundangebot« beibehalten. Zahlreiche Regio-Linien fallen strecken- und phasenweise aus. Das Nahverkehrskonzept wird den Angaben nach an das Vorgehen während der Streckensanierung Hamburg–Berlin angelehnt: Da, wo kein Zug fährt, wird ein Ersatzverkehr mit »neuwertigen, barrierefreien Bussen« in der Farbe »Verkehrspurpur« eingerichtet. Details ab Dezember werden aktuell noch ausgearbeitet.
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