Die letzten Passagiere verlassen das vom Hantavirus betroffene Kreuzfahrtschiff »Hondius«. Nun hat sich Kapitän Jan Dobrogowski erstmals in einer Videobotschaft zu der Krise geäußert .
Dobrogowski bedankt sich in dem Video bei seiner Besatzung und den Passagieren für »Geduld, Disziplin und Freundlichkeit«. »Diese vergangenen Wochen waren extrem anstrengend«, sagte der aus Polen stammende Kapitän. Die Menschen hätten aber unter diesen schwierigsten Umständen »Fürsorge, Zusammenhalt und Kraft« gezeigt.
Er habe gesehen, dass »Menschen einander vertrauen können, auch wenn nicht sofort Hilfe bereitsteht«. Allen Menschen an Bord wünschte der Kapitän eine sichere Heimreise. Seine Gedanken seien bei den Verstorbenen und ihren Angehörigen.
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Am Sonntag war das Schiff an der spanischen Ferieninsel Teneriffa angekommen. Am Montag sollten die restlichen Passagiere und ein Großteil der Besatzung evakuiert werden. Die »Hondius« soll am Abend wieder in See stechen und zurück nach Rotterdam fahren.
Deutsche Passagiere sollen in ihre Bundesländer zurückkehren
Vier der vom Hantavirus-Ausbruch betroffenen deutschen Passagiere stammen dem Bundesgesundheitsministerium (BMG) zufolge aus Berlin, Baden-Württemberg, Bayern und Sachsen. Keiner von ihnen habe bisher Symptome. Die Passagiere sollten im Tagesverlauf vom Uniklinikum Frankfurt aus in die jeweiligen Bundesländer gebracht werden.
Zu erwarten sei, dass sie an ihren Wohnorten in häusliche Quarantäne kommen, teilt das Ministerium mit. »Während der nächsten Wochen werden die Kontaktpersonen kontinuierlich und engmaschig auf Symptome überwacht.« Über die konkreten Maßnahmen entscheiden die jeweils zuständigen Gesundheitsämter.
Von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Krankheit kann es Experten zufolge bei diesem Erreger bis zu 45 Tage dauern. Falls doch noch eine Person erkranken sollte, könne sie in speziellen Zentren nach besten medizinischen Standards und sicher behandelt werden, teilt das BMG mit. Ein weiterer deutscher Passagier war nach Großbritannien geflogen worden, wie die britische Nachrichtenagentur PA berichtet. Der Deutsche lebe in Großbritannien.
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Die WHO vermutet, dass die Infektionskette von einem niederländischen Ehepaar ausging, das sich vor der Einschiffung in Argentinien mit dem südamerikanischen Andesvirus angesteckt haben könnte. Es wird wie alle Hantaviren in der Regel von Nagetieren übertragen.
Das Andesvirus ist das einzige Hantavirus, das auch von Mensch zu Mensch weitergegeben werden kann. Es gab in den vergangenen Jahrzehnten jedoch nur einige wenige erfasste Ausbrüche in Südamerika, die alle rasch wieder abebbten. Auch im aktuellen Fall sehen Experten kein Risiko für eine umfassende Ausbreitung des Erregers.
Der Ausbruch des Hantavirus auf der MV »Hondius« weckt Erinnerungen an die Coronapandemie. Es gibt Tote und Infizierte, die Infektionskette reicht bis nach Europa. Worauf es jetzt ankommt, lesen Sie hier.
