SpOn 28.04.2026
12:07 Uhr

Herbert Reul zu Hells-Angels-Razzia: Besitztümer im Wert von bis zu 2,5 Millionen Euro gesichert


Waffen und Harley-Davidson-Motorräder: Bei Durchsuchungen bei den Hells Angels in Nordrhein-Westfalen hat die Polizei zahlreiche Gegenstände sichergestellt. Es soll auch Hinweise auf Drogenanbau geben.

Herbert Reul zu Hells-Angels-Razzia: Besitztümer im Wert von bis zu 2,5 Millionen Euro gesichert

Bei einer groß angelegten Razzia gegen die Hells Angels in Nordrhein-Westfalen haben die Ermittlungsbehörden laut Innenminister Herbert Reul (CDU) Vermögenswerte von bis zu 2,5 Millionen Euro sichergestellt. Unter Vermögenswerte fallen Bargeld, Wertgegenstände und andere Besitztümer.

Laut Reul hatten Ermittlungen zu Organisierter Kriminalität zu dem Hells-Angels-Ableger in Leverkusen geführt. Dieser war vor der Razzia verboten worden. Es war laut Innenministerium erst im Mai 2024 zunächst als sogenanntes Prospect Chapter (einer Vorstufe zur vollwertigen Ortsgruppe) gegründet und im Juni 2025 zur vollwertigen Ortsgruppe ausgebaut worden. Nach Behördenangaben waren Mitglieder wiederholt strafrechtlich in Erscheinung getreten.

Es gebe 44 Beschuldigte im Alter von 21 bis 59 Jahren, so Reul. Der Präsident der Ortsgruppe (»Chapter«) Leverkusen wurde festgenommen. Gegen ihn liegt laut Staatsanwaltschaft ein Haftbefehl vor. In der Werkstatt des Mannes in Langenfeld habe man zahlreiche Motorräder der Marke Harley-Davidson gefunden, sagte Reul. Man kläre nun, wem die gehören. Außerdem habe man Waffen gefunden und ein Bankschließfach in Lünen durchsucht.

Organisierte Kriminalität statt »Motorradromantik«

»Erste Hinweise lassen auch auf einen profitorientierten Anbau von Betäubungsmitteln schließen«, erklärte der Minister. Rockerclubs hätten nichts mit »Motorradromantik« zu tun, so Reul. Vielmehr gehe es um Organisierte Kriminalität, Drogenhandel, Waffen oder Schutzgelderpressung. Wenn man da mitmache, müsse man damit rechnen, »dass die Polizei morgens im Schlafzimmer steht. Nicht als Gast, sondern mit einem Durchsuchungsbeschluss.«

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Bei der Razzia waren nach Aussagen des Innenministeriums vom Morgen 1200 Beamte in 28 Städten im Einsatz. Mehr als 50 Objekte seien durchsucht worden. Es handelt sich laut Ministerium um einen der größten Einsätze zur Bekämpfung der Rockerkriminalität in der Geschichte des Bundeslandes. Auch Spezialeinsatzkräfte waren im Einsatz.

bbr/dpa/AFP