SpOn 01.06.2026
20:44 Uhr

Iran-Krieg: Donald Trump spricht von Fortsetzung der Iran-Gespräche – und Deeskalation zwischen Israel und Hisbollah


Donald Trump widerspricht Berichten, Iran würde die Verhandlungen mit den USA abbrechen. Zudem habe Israels Premier Netanyahu dem US-Präsidenten in einem Telefonat zugesichert, keine Truppen nach Beirut zu schicken.

Iran-Krieg: Donald Trump spricht von Fortsetzung der Iran-Gespräche – und Deeskalation zwischen Israel und Hisbollah

Iranische Medien hatten über einen Abbruch der indirekten Gespräche zwischen Iran und den USA berichtet, nun erklärt US-Präsident Donald Trump jedoch, die Gespräche würden »mit hoher Geschwindigkeit« fortgesetzt. Das schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social.

Kurz zuvor hatte Trump bereits einen Beitrag geteilt, in dem es hieß, Israel und die Hisbollah hätten eine Deeskalation der Kämpfe vereinbart. Trump äußerte sich dazu nach einem Telefonat mit Israels Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu. Netanyahu habe ihm zugesichert, dass keine israelischen Truppen in den Libanon entsandt würden. Truppen, die bereits unterwegs gewesen seien, seien zurückbeordert worden, schrieb der US-Präsident.

Graffiti mit einer zerstörten Freiheitsstatue in Teheran

Graffiti mit einer zerstörten Freiheitsstatue in Teheran

Foto: Majid Asgaripour / REUTERS

Zudem erklärte Trump, er habe über Vermittler mit der Hisbollah-Miliz kommunizieren lassen. Diese habe erklärt, Israel nicht anzugreifen, so Trump.

Netanyahu: »Operation im Südlibanon wie geplant fortsetzen«

Netanyahu äußerte sich später ebenfalls in sozialen Netzwerken zu dem Telefonat. In seiner Darstellung ist von einer Deeskalation im Libanon nicht die Rede. Vielmehr kündigte er an, Israel werde »Terrorziele« in Beirut angreifen, sollte die Hisbollah ihre Angriffe auf israelische Städte nicht einstellen. »Gleichzeitig wird die israelische Armee ihre Operationen im Südlibanon wie geplant fortsetzen«, schrieb Netanyahu bei X.

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Libanons Präsidenten Joseph Aoun erklärte wiederum der Stopp israelischer Angriffe auf die Hisbollah beziehe sich zunächst nur auf die südlichen Vororte Beiruts: »Nach der vorgeschlagenen Vereinbarung werden die israelischen Angriffe auf die südlichen Vororte Beiruts eingestellt, während die Hisbollah im Gegenzug auf Angriffe gegen Israel verzichtet«, teilte das Präsidialamt auf X mit. Die Waffenruhe solle auf das gesamte libanesische Staatsgebiet ausgeweitet werden.

Die Hisbollah ihrerseits habe dem US-Vorschlag für einen gegenseitigen Stopp der Angriffe mit Israel zugestimmt. Die libanesischen Behörden hätten eine entsprechende Bestätigung erhalten.

Berichte über Abbruch der Gespräche

Die iranische Nachrichtenagentur Tasnim hatte gemeldet, dass es Gespräche zwischen den USA und Iran über ein Ende des seit drei Monaten andauernden Kriegs erst wieder gebe, wenn Irans Forderungen erfüllt seien. Dazu zählten ein sofortiges Ende der israelischen Militäreinsätze im Gazastreifen und im Libanon sowie der vollständige Abzug Israels aus besetzten Gebieten im Libanon.

Der iranische Außenminister Abbas Araghchi schrieb auf der Plattform X : »Ein Bruch ⁠des Waffenstillstands ⁠an einer Front ist ein Bruch an allen Fronten.« Die USA und Israel seien für die Folgen verantwortlich, erklärte er mit Blick auf die israelischen ‌Einsätze im Libanon.

Die Lage zwischen Israel und der von Iran unterstützten Hisbollah im Libanon hat sich zuletzt deutlich zugespitzt. Israel und die libanesische Regierung – die keine Konfliktpartei ist – hatten Mitte April zwar eine Waffenruhe geschlossen. Die Hisbollah selbst lehnt Verhandlungen mit Israel jedoch ab. Der Krieg geht seitdem weiter. Beide Seiten greifen sich weiter täglich an. Dabei kommt es vor allem im Libanon immer wieder zu Opfern.

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Netanyahu hatte auch erneut Angriffe auf die südlichen Vororte der libanesischen Hauptstadt Beirut angekündigt. Israels Soldaten waren zuletzt immer weiter ins Landesinnere im Libanon vorgedrungen, waren aber noch weit von der Hauptstadt Beirut entfernt.

Vertreter beider Länder verhandeln seit einigen Wochen in Washington über Bedingungen für eine Entschärfung des Konflikts. Einen Durchbruch gab es dabei bisher aber nicht. An diesem Dienstag sind weitere Gespräche in der US-Hauptstadt geplant.

luc/dpa