SpOn 11.03.2026
20:46 Uhr

Iran-Krieg 2026: Uno-Nothilfekoordinator kritisiert Milliardenkosten


Der Uno-Nothilfekoordinator Tom Fletcher empfindet »Scham« angesichts der Milliardenkosten des Irankriegs. Anders eingesetzt könnte dieses Geld Fletcher zufolge Millionen Menschenleben retten.

Iran-Krieg 2026: Uno-Nothilfekoordinator kritisiert Milliardenkosten

Der Krieg im Nahen Osten behindert nach den Worten des Uno-Nothilfekoordinators Tom Fletcher weltweit die Lieferung von Hilfsgütern und verlangsamt lebensrettende Hilfe für zahlreiche Krisengebiete. »Wir befinden uns in einem Moment großer Gefahr für den Nahen Osten und, wie ich glaube, für die ganze Welt«, sagte Fletcher.

Der Krieg der USA und Israels gegen Iran habe die globalen Märkte erschüttert und die Lieferketten unterbrochen. Hilfslieferungen in den Gazastreifen und in die afrikanischen Länder südlich der Sahara seien betroffen, da der Transport durch die blockierte Straße von Hormus oder den Luftraum am Persischen Golf eingeschränkt sei. Höhere Ölpreise verteuerten zudem die Hilfslieferungen per Flugzeug, während die Budgets von Uno-Organisationen bereits unter Kürzungen litten. »Das ist im Moment wirklich eine Verkettung unglücklicher Umstände, und ich bin ernsthaft besorgt«, sagt Fletcher.

Uno-Nothelfer brauchen dieses Jahr weltweit 23 Milliarden Dollar

Gleichzeitig seien die Milliardenkosten des Kriegs im Nahen und Mittleren Osten beschämend hoch im Vergleich zu den globalen humanitären Spenden. Der Krieg koste eine Milliarde US-Dollar (864 Millionen Euro) pro Tag, sagte Fletcher in Genf. Er empfinde Scham angesichts dieser Geldmenge, mit der man statt Krieg zu führen auch Leben retten könnte. »Die Entwicklungen der letzten zwei Wochen sind ein weiterer Beweis, dass wir in einer Zeit der Brutalität, Straflosigkeit und Gleichgültigkeit leben«, sagte er.

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Das Uno-Nothilfebüro OCHA benötigt nach eigenen Angaben dieses Jahr 23 Milliarden Dollar, um 87 Millionen äußerst hilfsbedürftige Menschen in Krisenherden in aller Welt zu unterstützen. Bislang haben Geberländer erst ein gutes Drittel dieser Summe zur Verfügung gestellt oder zugesagt. Fletcher betonte, ohne zusätzliche Unterstützung würden »Millionen von Menschen sterben« und rief die Geberländer auf, ihre Zusagen schnellstmöglich einzulösen.

Die »New York Times« hatte zuletzt berichtet , dass der Irankrieg die Vereinigten Staaten in der ersten Kriegswoche rund sechs Milliarden Dollar gekostet habe.

sei/dpa/Reuters