SpOn 09.03.2026
17:09 Uhr

Iranische Fußballerinnen Asien-Cup: Trump schaltet sich ein, fünf Spielerinnen suchen wohl Asyl


Nach dem Aus beim Asien-Cup in Australien müssten die iranischen Fußballerinnen eigentlich in ihre Heimat zurückkehren. Dort jedoch droht ihnen massive Bestrafung. Der US-Präsident appelliert an den australischen Premier.

Iranische Fußballerinnen Asien-Cup: Trump schaltet sich ein, fünf Spielerinnen suchen wohl Asyl

Im Fall der iranischen Fußballerinnen, die sich zuletzt beim Gold Cup in Australien aufgehalten haben, scheint es eine neue Entwicklung zu geben: Nach Informationen der US-Sender CNN und CBS verließen fünf Spielerinnen am Morgen ihr Hotel und suchten Schutz bei der Polizei.

US-Präsident Donald Trump hat sich mittlerweile eingeschaltet und Australien aufgefordert, dem gesamten Team Asyl zu gewähren. Er sprach von einem »schrecklichen Fehler der australischen Regierung«, wenn sie es zulasse, dass die Fußballerinnen in ihre Heimat zurückkehren müssten. Trump wandte sich direkt an den australischen Premierminister Anthony Albanese: »Die Vereinigten Staaten werden sie aufnehmen, wenn Sie es nicht tun«, schrieb er auf seinem Netzwerk Truth Social.

Unterstützung von den Rängen

Unterstützung von den Rängen

Foto: Dave Hunt / EPA

Nach dem Aus bei der Asienmeisterschaft droht den Spielerinnen in der Heimat der Zorn des Regimes. Der Grund liegt ein paar Tage zurück: Beim ersten Vorrundenspiel gegen Südkorea (0:3) hatten die Spielerinnen auf das Singen der Nationalhymne verzichtet – ein Schritt, der als Protest gegen die Führung gedeutet wurde und nach Einschätzung von Menschenrechtsgruppen ernsthafte Konsequenzen nach sich ziehen kann. Ein Kommentator in Iran bezeichnete die Spielerinnen im Staatsfernsehen als »Kriegsverräterinnen« und forderte Konsequenzen.

Vor den Spielen gegen Australien (0:4) und die Philippinen (0:2) sangen die Spielerinnen dann wieder die Hymne und salutierten dabei. Ob zuvor Druck ausgeübt worden war, blieb unklar.

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Offen ist nach wie vor, welche Konsequenzen es für die Spielerinnen hat, Schutz oder gar Asyl zu suchen. Bei einem Verbleib in Australien könnte das Folgen für ihre Familien in der Heimat haben, einige von ihnen haben Kinder.

In der Pressekonferenz nach dem letzten Spiel sagte Nationaltrainerin Marziyeh Jafari noch: »Wir warten voller Ungeduld auf unsere Rückkehr. Ich persönlich möchte so schnell wie möglich in mein Land zurückkehren und bei meinen Landsleuten und meiner Familie sein.«

aha/sid/rtr