SpOn 18.09.2026
09:53 Uhr

Irankrieg: Erzeugerpreise in Deutschland steigen stärker als erwartet – Ölpreise als Treiber


Erzeugerpreise gelten als Barometer für die Inflation und können damit Hinweise geben auf die wirtschaftliche Stabilität des Landes. Neueste Daten zeigen: Sie steigen hierzulande weiter – und schneller als gedacht.

Irankrieg: Erzeugerpreise in Deutschland steigen stärker als erwartet – Ölpreise als Treiber

Die Erzeugerpreise in Deutschland steigen weiter: Im Jahresvergleich haben sie im August um 4,6 Prozent zugelegt, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden nun mitteilte. Von Bloomberg befragte Experten hatten im Schnitt eine Jahresrate von 3,9 Prozent erwartet. Im Monat zuvor waren die Erzeugerpreise nur um 3,0 Prozent gestiegen.

Erzeugerpreise sind die Preise, die Hersteller für ihre Waren verlangen, wenn sie diese an den Handel oder an andere Unternehmen verkaufen.

»Der Anstieg [...] gegenüber dem Vorjahresmonat ist vor allem auf gestiegene Energiepreise (+8,3 Prozent) zurückzuführen«, hieß es von der Behörde. Bedingt durch Folgen des Irankriegs hätten die Preise für Mineralölerzeugnisse 40,5 Prozent über denen von August 2025 gelegen. Die Preise für Vorleistungsgüter seien ebenfalls deutlich gegenüber dem Vorjahresmonat gestiegen.

Erzeugerpreise als Barometer für Inflation

Der Index der Erzeugerpreise gewerblicher Produkte misst die Entwicklung der Preise, bevor diese in den Handel kommen. Sie wirken sich in der Regel zeitverzögert auch auf die Verbraucherpreise aus. Die Europäische Zentralbank (EZB) strebt für den gesamten Währungsraum auf mittlere Sicht eine Inflationsrate von zwei Prozent an.

Im Vergleich zum Vormonat legten die Erzeugerpreise im August wie schon im Juli um 1,1 Prozent zu und damit ebenfalls stärker als erwartet. Analysten waren hier von 0,6 Prozent ausgegangen.

Mit seinem Iranfeldzug hat US-Präsident Donald Trump weltweit Schockwellen ausgelöst. Auch in den USA steigen seither die Erzeugerpreise. Mehr dazu lesen Sie hier.

mkh/dpa