Donald Trump hat Iran eindringlich vor einer Verminung der strategisch wichtigen Straße von Hormus gewarnt. Sollte es dort tatsächlich zu einer Verminung kommen und die Seeminen nicht umgehend wieder entfernt werden, drohte er Teheran mit militärischen Konsequenzen.
Diese würden »ein Ausmaß erreichen, wie es noch nie zuvor zu sehen war«, so der US-Präsident in seinem Social-Media-Beitrag. In einem weiteren Post erklärt Trump, in den vergangenen Stunden seien bereits zehn Boote oder Schiffe versenkt worden, die mutmaßlich zum Verlegen von Seeminen eingesetzt werden könnten.
Etwas später teilte das US-Regionalkommando für den Nahen Osten (Centcom) mit, US-Streitkräfte hätten mehrere iranische Marineschiffe, darunter 16 sogenannte Minenleger, in der Nähe der Straße von Hormus zerstört.
Laut US-Medien ist eine Verminung im Gange
Mehrere US-Medien berichten unter Berufung auf Geheimdienstkreise, Iran habe in den vergangenen Tagen damit begonnen, in der Meerenge Seeminen zu platzieren. Eine offizielle Bestätigung dafür gibt es bislang nicht. Wie unter anderem CNN berichtet , soll es sich um mehrere Dutzend Seeminen handeln. Der Großteil der verfügbaren Kräfte wird jedoch weiterhin zurückgehalten.
Schätzungen zufolge befinden sich noch 80 bis 90 Prozent der kleineren Boote und Minenleger in Reserve, sodass theoretisch Hunderte weitere Minen verlegt werden könnten.
Straße von Hormus unter iranischer Kontrolle
Die Kontrolle über die Straße von Hormus liegt nach Einschätzung von Experten faktisch bei den islamischen Revolutionswächtern, die gemeinsam mit der regulären Marine operieren.
Demnach verfügen die iranischen Streitkräfte über die Fähigkeit, ein dichtes Netz aus Minenlegern, mit Sprengstoff beladenen Schnellbooten und landgestützten Raketenstellungen aufzubauen. Dieses Netz könnte die Passage für Schiffe erheblich gefährden.
Zuvor hatten die iranischen Revolutionswächter angekündigt, bis zum Ende des Konflikts keine Ölexporte aus der Region an Verbündete der USA und Israels zuzulassen.
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Die Straße von Hormus gilt als eine der wichtigsten Routen für den globalen Energiehandel: Normalerweise werden dort rund 20 Prozent des weltweit gehandelten Rohöls transportiert.
Seit Beginn des Krieges ist die Passage jedoch weitgehend blockiert, da es zu iranischen Angriffen auf mehrere Öltanker kam.
