Israel hat seine Angriffe gegen die Hisbollah im Libanon ausgeweitet und ein großes Gebiet im Süden des Landes zur »Kampfzone« erklärt. In der Stadt Tyrus sei Infrastruktur der von Iran unterstützten Miliz attackiert worden, teilte die Armee am frühen Morgen mit. Zu möglichen Opfern gab es zunächst keine Informationen.
Zugleich meldete die Armee, ein mutmaßlicher Drohnenangriff auf israelische Truppen im Süden des Nachbarlandes sei abgewehrt worden. Das »verdächtige« Flugobjekt sei über einem Gebiet abgefangen worden, in dem Israels Soldaten im Einsatz seien. Die Angaben ließen sich nicht unabhängig überprüfen.
Am Mittwoch forderte das israelische Militär die Bewohner im gesamten Südlibanon auf, diesen zu verlassen, da man »mit äußerster Härte« gegen die von Iran unterstützte Miliz vorgehen werde.
Waffenruhe außer Kraft?
Eigentlich gilt seit Mitte April eine Waffenruhe. Darauf hatten sich die israelische und die libanesische Regierung, die selbst keine Konfliktpartei in dem Krieg ist, geeinigt. Die Hisbollah selbst lehnt Verhandlungen mit Israel ab.
Die Waffenruhe erlaubt Israel Verteidigungsmaßnahmen gegen geplante, unmittelbar bevorstehende oder andauernde Angriffe, untersagt aber offensive Einsätze auf libanesischem Gebiet. Die Konfliktparteien werfen sich gegenseitig vor, gegen diese Vereinbarung zu verstoßen. Faktisch läuft der Krieg ohnehin weiter.
