In der norditalienischen Küstenregion bei Venedig haben Forschende unter der Erde ein gewaltiges Vorkommen von eingeschlossenem Süßwasser entdeckt. Der Wasserspeicher erstreckt sich nach Angaben des Verbandes Consorzio di Bonifica Adige Euganeo auf schätzungsweise 25.000 bis 30.000 Hektar – »eine Fläche, die mit dem gesamten Gardasee vergleichbar ist«, erklärt der Ingenieur und Projektleiter, Lorenzo Frison, in einer Mitteilung des Verbandes.
Demnach sei das Vorkommen, von den Fachleuten Aquitard genannt, eine Art unterirdischer Schwamm aus Lehm oder Ton. Das Wasser befindet sich demnach in tiefen Wasser führenden geologischen Schichten. Dadurch ist der »See« nach bisherigen Erkenntnissen vergleichsweise wenig von dem in der Region zunehmenden Eindringen von Salzwasser betroffen. Die Flüsse der Region versalzen langsam, da zunehmend Meerwasser eintritt. Ein Grund ist der Klimawandel, da durch hohe Temperaturen und Dürren die Flüsse weniger Wasser führen und das Meerwasser dann ins Landesinnere vordringt.
Das oberflächennahe Grundwasser der Region sei bereits stark versalzt, erläutern die Forschenden. Der Salzgehalt erreiche in sieben Meter Tiefe 14 Gramm pro Liter. Das sei zwar weniger als Meerwasser mit typischerweise 35 Gramm pro Liter, aber dennoch schädlich für landwirtschaftliche Kulturen.
Neue Hoffnung für eine wasserarme Region
Das nun entdeckte Süßwasser könnte demnach helfen, den Wassermangel um Venedig zu lindern. Es sei eine wichtige Entdeckung, sagte Matteo Baldan, Abgeordneter der Partei Fratelli d’Italia im Regionalrat von Venetien. »Sie könnte für ein weitläufiges Gebiet eine große Nachricht sein und eine zusätzliche Möglichkeit bieten, künftige Wasserkrisen zu bewältigen – auch in der Landwirtschaft.« Wie groß das tatsächliche Wasservolumen des neuen Vorkommens ist und inwieweit das Wasser genutzt werden könnte, ist laut den Forschenden allerdings noch nicht geklärt.
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Den Süßwasser-»See« fanden Wissenschaftler des europäischen Forschungsprojekts SWAMrisk. Sie wollten herausfinden, wie der Klimawandel die küstennahen Grundwassersysteme an der Adria verändert. Ihre Ergebnisse sollen helfen, Dürreperioden abzumildern, das Vordringen von Salzwasser zu begrenzen und die künftige Wasserversorgung zu sichern.
