In Italien hat das rechte Regierungsbündnis von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni einen wichtigen Erfolg bei den Kommunalwahlen erzielt. Nach Hochrechnungen setzt sich das Mitte-rechts-Lager bei der Bürgermeisterwahl in Venedig durch und verteidigt damit die Kontrolle über die bedeutendste Stadt, die bei der landesweiten Abstimmung zur Wahl stand.
Ein Wahllokal in Venedig, am 24. Mai 2026
Foto: Andrea Merola / ZUMA Press / IMAGOIn Italien ist in mehr als 600 Städten und Gemeinden abgestimmt worden. Die Kommunalwahlen gelten als erster Stimmungstest für die Regierung seit der Niederlage bei einem Justizreferendum im März, die den bislang größten politischen Rückschlag für Meloni seit ihrem Amtsantritt 2022 darstellte.
Besonders in Venedig wurde die Wahl mit Spannung verfolgt. Zuletzt hatte die Debatte über Russlands Präsenz auf der Biennale für Kontroversen gesorgt.
Trotz des Vorsprungs des Mitte-links-Lagers in den Umfragen
Obwohl Umfragen noch einen Vorsprung des Mitte-links-Lagers gesehen hatten, gewann laut aktuellen Projektionen der Kandidat des rechten Bündnisses, Simone Venturini, über 52 Prozent der Stimmen.
Wenn dieses Ergebnis bestätigt wird, vermeidet Venturini damit eine Stichwahl. Sein wichtigster Herausforderer kam demnach auf rund 38 Prozent.
Das Meinungsforschungsinstitut Youtrend erklärte den Wahlausgang bereits für entschieden. Der Vorsprung Venturinis sei zu groß, um noch aufgeholt zu werden.
Die linksgerichtete Demokratische Partei (PD), die größte Oppositionspartei, hatte die Wahl in Venedig als Beleg für eine Krise der Regierung von Giorgia Meloni angekündigt. Das Wahlergebnis hat diese Erwartungen jedoch widerlegt.
Nächstes Jahr Parlamentswahlen
Die Kommunalwahlen gelten zugleich als wichtiger Testlauf vor den Parlamentswahlen im kommenden Jahr. Beobachter sehen derzeit ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen dem rechten Regierungsbündnis und dem Mitte-links-Lager.
Auch in anderen Städten gab es richtungsweisende Ergebnisse: In Salerno nahe der Amalfiküste ist Vincenzo De Luca (PD) für eine fünfte Amtszeit bestätigt worden. In Messina auf Sizilien hat der parteiunabhängige Ex-Bürgermeister Federico Basile die Wahl erneut gewonnen. In Reggio Calabria hat sich das Mitte-rechts-Lager durchgesetzt, nachdem dort seit 2014 linke Kräfte regiert hatten.
