SpOn 10.03.2026
06:57 Uhr

Japan will Langstreckenraketen nahe China stationieren


China will bis 2049 eine »Armee auf Weltklasseniveau« aufbauen und hat dafür das Militärbudget erneut kräftig aufgestockt. In Tokio reagieren sie auf diese Entwicklung genau.

Japan will Langstreckenraketen nahe China stationieren

Japan will bis Ende März eine Reihe von Langstreckenraketen im Südwesten des Landes nahe China stationieren. Die japanischen Streitkräfte planten die Stationierung ihrer Boden-zu-Schiff-Raketen vom Typ 12 mit einer Reichweite von 1000 Kilometern in Kumamoto in der Region Kyushu, sagte Kabinettssekretär Minoru Kihara am Montag in einer Pressekonferenz. Die Anwohner von Kumamoto würden über den Schritt informiert, sobald die nötigen Vorbereitungen getroffen worden seien.

Armeefahrzeuge, in denen sich wohl Langstreckenraketen befinden. Das Foto ist am 9. März in Kumamoto aufgenommen worden

Armeefahrzeuge, in denen sich wohl Langstreckenraketen befinden. Das Foto ist am 9. März in Kumamoto aufgenommen worden

Foto: AFP

Angesichts der zunehmenden Aktivitäten der chinesischen Marine im Ostchinesischen Meer bemüht sich Japan darum, seine militärischen Kapazitäten zu verstärken. Japan wolle seine »Gegenangriffskapazitäten« aufrechterhalten und die Raketen für den Fall eines Angriffs auf sein Territorium einsetzen, um feindliche Stützpunkte zu treffen, sagte Kihara.

Das Verhältnis zwischen Tokio und Peking hatte sich zuletzt verschlechtert. Im November hatte Japans Regierungschefin Sanae Takaichi angekündigt, eine militärische Eskalation des Taiwankonflikts etwa durch den Einsatz chinesischer Kriegsschiffe könne auch Japan in seiner Existenz bedrohen. Für diesen Fall schloss sie einen Militäreinsatz nicht aus.

China betrachtet die demokratische und selbstverwaltete Insel Taiwan als abtrünnige Provinz, die notfalls mit militärischer Gewalt wieder mit dem Festland vereint werden soll. Nach Takaichis Äußerung hatte Peking seine Bürger aufgerufen, nicht mehr nach Japan zu reisen, was den japanischen Tourismussektor hart getroffen hat.

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China selbst will seinen Verteidigungshaushalt erneut deutlich aufstocken. Zum Auftakt der Jahrestagung des Nationalen Volkskongresses hatte die Regierung vor wenigen Tagen einen Haushaltsentwurf vorgelegt, der eine Steigerung des Militärbudgets um 7 Prozent auf rund 1,9 Billionen Yuan (etwa 236 Milliarden Euro) vorsieht. Im Vorjahr war der Wehretat in ähnlicher Größenordnung um 7,2 Prozent gewachsen.

China hat nach den USA den zweitgrößten Verteidigungshaushalt der Welt. Staats- und Parteichef Xi Jinping treibt seit seinem Amtsantritt 2013 eine umfassende Modernisierung der Volksbefreiungsarmee voran. Bis 2049 soll eine »Armee auf Weltklasseniveau« entstehen.

dop/AFP/dpa