SpOn 10.09.2026
11:55 Uhr

Judo-Prügelattacke: Georgischer Judoka rechtfertigt Angriff nach Kampfende


Er verlor, ging dann brutal auf den Sieger los. Nun hat sich Akaki Japaridze auf Instagram geäußert. Sein Verhalten sei zwar inakzeptabel – die Provokation seines deutschen Judogegners aber auch.

Judo-Prügelattacke: Georgischer Judoka rechtfertigt Angriff nach Kampfende

Fünf Tage nach seiner Attacke in der Judo-Bundesliga hat sich Akaki Japaridze geäußert. Bei Instagram schrieb der Georgier, dass jede Form von körperlicher Aggression im Sport »inakzeptabel« sei: »Ich entziehe mich nicht der Verantwortung für das, was geschehen ist.« Eine Entschuldigung gab es aber nicht; stattdessen verwendete er den größeren Teil seines Statements darauf, seinem Opfer die Mitschuld für den Angriff zuzuschieben.

Was war passiert? Beim Bundesligakampf zwischen Leipzig und dem TSV Abensberg war der unterlegene Gastkämpfer Japaridze direkt nach Kampfende auf seinen Gegner Timo Cavelius losgegangen. Mit dem ersten Hieb schlug er Cavelius zu Boden, schlug dann weiter auf den deutschen Olympiastarter ein. In den sozialen Netzwerken kursieren Videos von der Szene.

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Japaridze postete dazu ein Video vom ersten der zwei Bundesligakämpfe gegen Cavelius im 90-Kilo-Limit. Darauf ist zu sehen, dass der unterlegene Cavelius das Urteil des Kampfrichters nicht hinnehmen möchte, während sich Japaridze dreimal respektvoll verbeugt. Den zweiten Kampf hatte er gegen den Deutschen verloren, dieser zeigte dann eine geballte Faust in Richtung seines Teams und auch in Richtung des Georgiers. Dann prügelte Japaridze plötzlich auf seinen Gegner ein und verletzte ihn im Gesicht schwer.

Der 29-jährige Cavelius wurde nach dem Vorfall operiert. Er erlitt einen Kieferbruch und verlor zwei Zähne. Wegen seiner Verletzungen verpasst der Athletenvertreter die Weltmeisterschaften vom 4. bis 11. Oktober in Baku.

Cavelius’ Reaktion auf Japaridzes Vorwurf

Cavelius reagierte auf Japaridzes Darstellung. Sein Jubel habe dem eigenen Team gegolten und »war Ausdruck der Freude über den gewonnenen Kampf. Ich möchte ausdrücklich klarstellen, dass es zu keinem Zeitpunkt meine Absicht war, Akaki Japaridze als Sportler zu demütigen oder ihn aufgrund seiner Herkunft, seiner Nationalität oder seiner Identität als georgischer Mann zu beleidigen«, schrieb Cavelius in einer der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden Stellungnahme und ergänzte: »Sollte mein Jubel bei ihm dennoch als persönliche Provokation oder Kränkung angekommen sein, bedauere ich, dass er ihn so empfunden hat. Eine solche Wirkung war von mir nicht beabsichtigt.«

Die Leipziger Polizei nahm nach dem Vorfall Ermittlungen wegen des Verdachts der Körperverletzung auf. Am Samstagabend hatte sie Japaridze nach eigenen Angaben in der Leipziger Sporthalle nicht mehr angetroffen. Offenbar hielt er sich bereits in seinem Hotel auf, kurz darauf soll er in seine Heimat zurückgekehrt sein.

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Er wolle »klarstellen, dass dieser Vorfall nicht die Folge von Emotionen war, die durch eine sportliche Niederlage ausgelöst wurden«, schrieb Japaridze. Er habe in seiner Karriere Siege wie Niederlagen stets mit Würde hingenommen. Als Grund für seine Attacke nannte er »eine direkte verbale und gestische Beleidigung durch den Gegner«, die im Sport ebenfalls völlig inakzeptabel sei, »vor allem aber ist es für mich als Georgier und als Mann inakzeptabel.«

Genesungswünsche an den verletzten Cavelius finden sich in der Nachricht nicht. Japaridze droht nun Berichten zufolge eine lebenslange Sperre im Judosport.

mon/dpa