SpOn 08.09.2026
12:00 Uhr

Krieg Russlands gegen die Ukraine: London sagt Kyjiw 100 Millionen Pfund zu – Tote nach Angriffen in der Hauptstadt


Die Ukraine benötigt dringend Unterstützung bei der Flugabwehr und bekommt sie nun von Großbritannien. Indes sind in Kyjiw zwei Menschen nach russischen Angriffen gestorben.

Krieg Russlands gegen die Ukraine: London sagt Kyjiw 100 Millionen Pfund zu – Tote nach Angriffen in der Hauptstadt

Großbritannien verstärkt seine Unterstützung für die Ukraine: Wie das Verteidigungsministerium in London mitteilte, habe es Kyjiw ein Rüstungspaket im Umfang von 100 Millionen Pfund zugesagt. Es soll die Luftverteidigung des von Russland angegriffenen Landes stärken. Kyjiw werde noch vor dem Winter Patriot-Raketen, großkalibrige Artilleriegeschosse und Drohnen erhalten, so das Ministerium.

Die Militärhilfe ist Teil des sogenannten PURL-Mechanismus. Die Abkürzung steht für »Prioritised Ukraine Requirements List«. Die Initiative sieht vor, dass in den USA hergestellte Munition und Waffen an die europäischen Verbündeten und Kanada verkauft werden – und diese sie dann der Ukraine zur Verfügung stellen. Die Ukraine ist auf die Patriot-Systeme aus US-Produktion angewiesen, um sich gegen die massiven russischen Luftangriffe zu schützen. Sie hat aber einen zunehmenden Mangel an den Abfangraketen gemeldet.

Großbritannien gehört zu den wichtigsten Unterstützern der Ukraine in ihrem Verteidigungskrieg gegen Russland. Der britische Verteidigungsminister Wes Streeting leitet am Dienstagnachmittag zusammen mit seinem deutschen Kollegen Boris Pistorius (SPD) eine virtuelle Sitzung der sogenannten Ukraine-Kontaktgruppe. An den Beratungen nehmen auch der neue ukrainische Verteidigungsminister Jewhenij Chmara sowie Nato-Generalsekretär Mark Rutte und der US-Verteidigungsstaatssekretär Elbridge Colby teil.

Es handelt sich um die 36. Sitzung der Ukraine-Kontaktgruppe, die nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine erstmals im April 2022 auf Einladung der USA auf dem Luftwaffenstützpunkt im rheinland-pfälzischen Ramstein zusammengekommen war.

Seitdem trägt das Format als Koordinierungsstelle maßgeblich zur militärischen Unterstützung der Ukraine im Verteidigungskrieg gegen Russland bei. Dabei beteiligen sich auch Länder außerhalb der Nato. Im April vergangenen Jahres übernahmen Deutschland und Großbritannien gemeinsam die Leitung des Gremiums.

Russland greift wieder an – zwei Tote in Kyjiw

Kyjiw ist unterdessen erneuten russischen Angriffen ausgesetzt – nach dem Ende einer dreitägigen Angriffspause wegen des Besuchs ranghoher US-Vermittler in der Hauptstadt. Am Wochenende waren die beiden US-Gesandten Jared Kushner und Steve Witkoff nach Russland und erstmals auch in die Ukraine gereist, um beiden Seiten neue Vorschläge für eine Beendigung des Konflikts vorzulegen (mehr hier).

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»Unmittelbar nach der Abreise der Friedensgesandten des US-Präsidenten hat Putin einen weiteren massiven und schrecklichen Angriff auf Kyjiw gestartet, bei dem Wohngebiete beschädigt wurden und mindestens zwei Menschen getötet wurden«, schrieb der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha im Onlinedienst X  mit Blick auf den russischen Machthaber Wladimir Putin.

»Seine ballistischen Raketen sagen mehr aus als seine Reden über Diplomatie«, fügte Sybiha hinzu. Ukrainische Medien berichten zudem von mindestens 16 Verletzten in und um Kyjiw.

atr/AFP