SpOn 10.03.2026
14:13 Uhr

Krieg in Iran: EU-Ratspräsident António Costa wertet Russland als einzigen Gewinner


Der Krieg in Iran spült wieder mehr Geld in Moskaus Kriegskasse. Doch das ist laut EU-Ratspräsident António Costa nicht die einzige Kriegsfolge, von der Putin profitiert.

Krieg in Iran: EU-Ratspräsident António Costa wertet Russland als einzigen Gewinner

Mit Blick auf Iran schlussfolgert der Präsident des Europäischen Rates, António Costa: »Bisher gibt es in diesem Krieg nur einen Gewinner: Russland«. Moskau profitiere von den steigenden Öl- und Gaspreisen und könne so »neue Ressourcen zur Finanzierung seines Krieges gegen die Ukraine« schöpfen, sagte Costa am Dienstag bei einem jährlichen Botschaftertreffen in Brüssel.

Doch das ist laut dem Portugiesen nicht die einzige günstige Folge für Putin. Neben finanziellen Vorteilen komme Russland auch die Umleitung militärischer Fähigkeiten gelegen, die andernfalls zur Unterstützung der Ukraine hätten eingesetzt werden können. »Und es zieht Nutzen daraus, dass die Aufmerksamkeit für die Front in der Ukraine abnimmt, während der Konflikt im Nahen Osten in den Mittelpunkt rückt«, erklärte Costa.

Öl wird teuer und Flugabwehr knapp

Aufgrund des Kriegs ist der Schiffsverkehr durch die strategisch wichtige Straße von Hormus  stark beeinträchtigt worden. Durch die Meeresenge werden normalerweise fast 20 Prozent des weltweiten Rohöls transportiert. Die Ölpreise weltweit schossen seit Beginn des Krieges in die Höhe – während westliche Sanktionen auf eine Reduzierung der russischen Öleinnahmen abzielen.

Angesichts der fortgesetzten russischen Angriffe auf ukrainische Städte und die Energieinfrastruktur benötigt Kyjiw dringend Flugabwehrsysteme. Doch die Angriffe Irans auf mehrere Golfstaaten haben die Nachfrage nach solchen Systemen auch andernorts steigen lassen.

Costa: Freiheit kann »nicht durch Bomben erreicht werden«

Costa sprach in Brüssel von einer »neuen Realität«, in der »Russland den Frieden verletzt, China den Handel stört und die Vereinigten Staaten die internationale regelbasierte Ordnung infrage stellen«. Die EU stehe hinter den Menschen in Iran, aber »Freiheit und Menschenrechte können nicht durch Bomben erreicht werden«, sagte der EU-Ratspräsident.

Mehr zum Thema

Deutlich äußerte sich der Portugiese auch zum Vorgehen der USA und Israels. Iran trage Verantwortung für die tieferen Ursachen der aktuellen Lage, aber Alleingänge könnten niemals der richtige Weg sein, sagte er. Die Europäische Union rufe alle Seiten zu äußerster Zurückhaltung und zu einer Rückkehr an den Verhandlungstisch auf.

jmm/dpa/AFP