SpOn 09.10.2026
11:38 Uhr

Mittenwald: Gebirgsjäger-Rekrut stirbt bei Sportausbildung


Ein 23-jähriger Rekrut bricht bei der Grundausbildung der Gebirgsjäger in Mittenwald zusammen und stirbt wenig später im Krankenhaus. Die Todesursache ist noch unklar.

Mittenwald: Gebirgsjäger-Rekrut stirbt bei Sportausbildung

Ein Rekrut der Bundeswehr ist wenige Tage nach Dienstantritt bei einer Sportausbildung in Mittenwald zusammengebrochen und später im Krankenhaus gestorben. Das teilte die Bundeswehr mit. Der 23-Jährige habe einen Schwächeanfall erlitten.

Nach SPIEGEL-Informationen aus Bundeswehrkreisen war der Mann erst seit Anfang Oktober bei den Gebirgsjägern und durchlief dort die Grundausbildung. Nach einem sportlichen Marsch von rund 4,7 Kilometern soll er zusammengebrochen sein. Ob Vorerkrankungen vorlagen und was die Todesursache war, wird derzeit noch untersucht.

Den Angaben zufolge wurde der Rekrut von sanitätsdienstlich qualifizierten Ausbildern erstversorgt und überwacht. Anschließend sei er in das Sanitätszentrum der Bundeswehr gebracht und dort reanimiert worden. Danach sei er in ein ziviles Krankenhaus in Garmisch-Partenkirchen gebracht worden. Dort sei er am Abend im Beisein seiner Angehörigen gestorben.

Die Ausbildung bei den Gebirgsjägern gilt als körperlich besonders anspruchsvoll. »Der Vorfall wird mit allem Nachdruck und in enger Zusammenarbeit mit den zuständigen Behörden untersucht«, hieß es in der Mitteilung der Gebirgsjägerbrigade 23. Das psychosoziale Netzwerk der Bundeswehr stehe den Angehörigen sowie den betroffenen Soldatinnen und Soldaten zur Unterstützung zur Verfügung.

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In der Edelweiß-Kaserne hatte es in der Vergangenheit wiederholt Vorfälle gegeben. 2010 wurde bekannt, dass Rekruten bei ihrer Aufnahme teils erniedrigende Aufnahmerituale absolvieren mussten, sogenannte Fuxtests. Unter anderem kursierten Berichte, wonach junge Soldaten zum Verzehr roher Schweineleber und zum Trinken von Alkohol bis zum Erbrechen genötigt worden seien. Die Bundeswehr tauschte daraufhin die Führung des Hochgebirgsjägerzuges komplett aus. 2006 gerieten Mittenwalder Gebirgsjäger in die Kritik, nachdem Fotos aufgetaucht waren, die Soldaten mit menschlichen Gebeinen zeigten.

mgb/boc/dpa