Sie steigen in schwarzen Overalls und mit Stirnlampen ausgestattet urplötzlich mitten in der Stadt aus einem Gully-Loch und verschwinden: Mysteriöse Kanalkletterer halten die New Yorker Polizei (NYPD) auf Trab. Wegen der seltsamen Sichtungen hat das NYPD nun sogar seine Sicherheitsvorkehrungen rund um die Uno-Versammlung in der Stadt verstärkt.
Hintergrund ist ein Vorfall aus der Nacht zum Mittwoch: Drei Unbekannte seien aus bisher ungeklärten Gründen in einem Viertel, wo viele der angereisten Staats- und Regierungschefs unterkommen, aus einem Abwasserkanal gestiegen, teilte die Polizei mit. Alle hätten fliehen können.
Three unidentified people were spotted climbing out of a sewer on Manhattan's Upper East Side near Israeli Prime Minister Benjamin Netanyahu’s hotel early Wednesday morning.
— ABC News (@ABC) September 24, 2026
The incident came as police maintained heightened security in areas surrounding the United Nations… pic.twitter.com/NhhbHYnm5k
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Die ungeklärten Kanalisationsausflüge beschäftigen die New Yorker Ermittler schon seit einigen Monaten. Immer wieder werden Überwachungsbilder veröffentlicht, auf denen zu sehen ist, wie Menschen in oder aus Schächten klettern.
Am Freitag wurden zwei Verdächtige im Zusammenhang mit einem ähnlichen Vorfall festgenommen und wegen Hausfriedensbruchs und Verschwörung angeklagt, so die NYPD.
Schatzsuche in der Kanalisation?
»In den vergangenen Monaten kam es vermehrt vor, dass Personen nach Stürmen in die Kanalisation stiegen, um nach Wertgegenständen und Altmetall zu suchen«, hieß es nun von der Polizei als mögliche Erklärung. Auch der Fall am Rande der Uno-Woche deute auf dieses Muster hin.
Die »New York Times« hat mit einem Stadtführer gesprochen, der Ausflüge in die New Yorker Kanalisation anbietet. Der hielt die Theorie der Polizei für unwahrscheinlich. Das wertvollste, was er bei seinen vielen Touren in der Kanalisation gefunden habe, sei eine abgelaufene Kreditkarte gewesen.
Die New Yorker Behörden warnen davor, in die Kanäle hinabzusteigen. Dort drohten unter anderem giftige und potenziell tödliche Gase, instabile Untergründe und plötzliche Überflutungen.
Ebenfalls riskiert man bei einem Kanalausflug eine Begegnung mit den berüchtigten New Yorker Ratten, von denen einige so groß sind wie Hasen, wie SPIEGEL-Korrespondent Marc Pitzke beobachtet hat. Seinen Text lesen Sie hier.
