SpOn 15.09.2026
05:39 Uhr

News: Hohe Benzinpreise, Merz-Unterstützer in der CDU, Pistorius besucht Hegseth


Das Tanken wird immer teurer, und schuld daran ist nicht nur Trump. Alle schreiben Merz ab, doch er hat auch noch Unterstützer in der CDU. Und: Pistorius besucht Hegseth – und bringt ein verlockendes Angebot mit. Das ist die Lage am Dienstagmorgen.

News: Hohe Benzinpreise, Merz-Unterstützer in der CDU, Pistorius besucht Hegseth
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Volltanken? Sehe ich etwa aus wie ein Millionär?

Für Autofahrer wird die Fahrt zur Tankstelle zunehmend zum Luxustrip – jedenfalls für solche, deren Auto von einem Verbrennungsmotor angetrieben wird. Am vergangenen Sonntag kostete der Liter Benzin der Sorte E10 im Schnitt laut ADAC gut 2,27 Euro, mehr als jemals zuvor. Auch Diesel lag mit 2,40 Euro fast beim historischen Höchstpreis. Und das ist wohl längst noch nicht der Gipfel: Experten erwarten, dass der Benzinpreis noch über die Drei-Euro-Marke klettern wird.

Preistafel einer Tankstelle in Siegen (am Montag)

Preistafel einer Tankstelle in Siegen (am Montag)

Foto:

Rene Traut / IMAGO

Meine Kolleginnen und Kollegen aus unserem Crossmedia-Ressort haben sich an einer Tankstelle mit den Kunden unterhalten (das Video sehen Sie hier). Alle sind frustriert, und ein Kunde stellt eine gute Frage: »Mich würde vor allem interessieren, ob das jetzt Machenschaften der Mineralölindustrie sind oder ob wir das alles nur Trump und seinen Idiotien zu verdanken haben.« Die Antwort lautet: Es liegt wohl an beidem. Aber nicht nur.

Mein Kollege Benedikt Müller-Arnold hat recherchiert, welche Faktoren die Preise an den Zapfsäulen in die Höhe treiben: Erstens sind jetzt schon zwei wichtige Seewege wegen bewaffneter Konflikte blockiert und zwingen die Öltanker aus dem Persischen Golf zu weiten und teuren Umwegen.

Zweitens kann Deutschland seinen Benzin-, Diesel- und Kerosinverbrauch nicht vollständig mit eigenen Raffinerien stillen und muss importieren. Weil aber im Irankrieg einige Anlagen in Saudi-Arabien, Bahrain oder Kuwait beschädigt worden sind und die Ukraine Raffinerien in Russland ins Visier nimmt, sind die Kapazitäten insgesamt knapp, das treibt den Preis (mehr dazu hier ).

Und drittens profitieren die Ölkonzerne von all dem so kräftig, dass jetzt sogar Markus Söder bereit ist, über die von der SPD geforderte Übergewinnsteuer nachzudenken. Diskutiert wird auch wieder über einen Preisdeckel und Einmalzahlungen für bedürftige Autofahrer (mehr dazu hier).


Die Debatte über die Merz-Debatte

Seit Tagen beherrscht diese eine große Frage die deutsche Innenpolitik: Stürzt die Union ihren eigenen Bundeskanzler? Das ist nicht unwahrscheinlich, denn in der CDU herrscht nach dem Wahldebakel in Sachsen-Anhalt große Verunsicherung. Viele Funktionäre und Abgeordnete glauben, dass sich der Abstieg ihrer Partei mit Merz nicht stoppen lässt. In den vergangenen Tagen hat man immer wieder Stimmen gehört, die seinen Rückzug fordern. Allerdings wollen sich längst nicht alle am Abgesang auf den Chef beteiligen. Meine Kollegen Paul-Anton Krüger und Christian Teevs haben sich in der CDU umgehört und mit Christdemokraten gesprochen, die nach wie vor zu Friedrich Merz stehen (mehr dazu hier ).

Kanzler Merz (am Montag in Finnland)

Kanzler Merz (am Montag in Finnland)

Foto:

Michael Kappeler / dpa

Zum Beispiel Gitta Connemann, die Mittelstandsbeauftragte der Bundesregierung, die Merz dafür lobt, dass er Kurs hält bei den angestrebten Reformen seiner Regierung. Auch Daniel Peters, der Spitzenkandidat der CDU in Mecklenburg-Vorpommern, kritisiert die Debatte über Merz: »Personaldiskussionen lösen keine Probleme.« Ganz ähnlich sagt das auch Boris Rhein, der Ministerpräsident von Hessen.

Und es stimmt ja. Allerdings zeigt die Erfahrung eben auch: Die Forderung nach dem Ende einer Diskussion führt regelmäßig nicht dazu, dass sie tatsächlich endet. Beenden wird die CDU ihre Debatte über die Zukunft ihres Kanzlers und Vorsitzenden Merz wohl erst nach den Wahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern. So oder so.

Lesen Sie dazu auch den aktuellen SPIEGEL-Leitartikel


Pistorius’ Angebot für den »Kriegsminister«

Boris Pistorius und Pete Hegseth, so viel kann man wohl sagen, gelten nicht als enge Freunde. Mehrmals schon geriet Pistorius mit dem breitbeinig auftretenden sogenannten US-Kriegsminister aneinander. Nachdem Hegseth zum Beispiel die Europäer nach dem Beginn des US-Kriegs gegen Iran im Nato-Rat als illoyale Schwächlinge beschimpft hatte, platzte Pistorius der Kragen. Man lasse sich nicht wie in der Schule mit Kopfnoten abkanzeln, auch nicht von Hegseth (mehr dazu hier ).

Pistorius und Hegseth (Juli 2025)

Pistorius und Hegseth (Juli 2025)

Foto:

Shawn Thew / EPA

Wenn Pistorius heute Nachmittag (Ortszeit) seinen Amtskollegen im Pentagon trifft, soll ein ganz anderer Ton angeschlagen werden. In mühsamer Kleinarbeit, Dutzenden Gesprächen von Generälen und Topbeamten mit der US-Seite, hat das Haus von Pistorius diesen Besuch beim Chef des sogenannten Kriegsministeriums vorbereitet. Die Deutschen hoffen, dass Hegseth mittlerweile verstanden hat, wie viel Geld Berlin in die Bundeswehr investiert und dass der Vorwurf, Berlin sei sicherheitspolitisch ein Trittbrettfahrer, nicht mehr trägt.

Statt sich weiter zu zoffen, will Pistorius mit Hegseth ein neues Kapitel aufschlagen. Seine Beamten haben dazu eine umfangreiche Absichtserklärung vorbereitet, die beide Minister unterzeichnen sollen. »Deutschland und die USA wollen ihre verteidigungsindustrielle Zusammenarbeit weiter vertiefen«, sagte Pistorius vor seinem Abflug in die USA. Das könnte für die USA durchaus attraktiv sein. Nach den Schlägen gegen Iran und den Gegenangriffen des Regimes sind die US-Bestände an Flugabwehrraketen oder Marschflugkörpern ziemlich leer. Deshalb hat Präsident Donald Trump die amerikanischen Rüstungsbetriebe aufgefordert, ihre Produktion schnellstens hochzufahren. In dieser prekären Lage nun will sich Deutschland anbieten, quasi als verlängerte Werkbank einzuspringen. Zum Beispiel könnten US-Waffen hierzulande hergestellt werden.

Deutschland stehe bereit, sagte Pistorius schon vor seiner Ankunft. Mit einer leistungsfähigen industriellen Basis, ausreichend Fachkräften und technologischem Know-how könne man helfen, US-Waffensysteme schneller und in größerer Zahl zu produzieren und so die Einsatzbereitschaft Deutschlands, der Vereinigten Staaten und des gesamten Bündnisses stärken. Ob das Angebot ausreicht, um Hegseth milde zu stimmen, wird mein Kollege Matthias Gebauer beobachten. Er begleitet Pistorius auf seiner US-Reise.


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Gewinner des Tages …

Carmen und Robert Geiss (Dezember 2022)

Carmen und Robert Geiss (Dezember 2022)

Foto: Felix Hörhager / dpa

… ist ProSiebenSat.1, denn der Sender hat der Konkurrenz von RTL Zwei eine ganze Familie ausgespannt: »Die Geissens« ziehen nach 15 Jahren auf der Fernbedienung um. Aber wenn ich mir das recht überlege: Wer hat hier eigentlich gewonnen? Womöglich doch eher RTL Zwei, schließlich ist man dort jetzt diese Leute los. Dann wieder: Um das entscheiden zu können, müsste man sich »Die Geissens« vielleicht mal anschauen. Will ich wirklich so weit gehen? Ich glaube nicht.


Die jüngsten Meldungen aus der Nacht

  • Oberstes Gericht der USA lässt Trump im Streit über Briefwahl abblitzen: Der US-Präsident will die Wahl per Post einschränken, scheitert damit aber nun auch vor dem Supreme Court. Ein anderes Verfahren lief für Donald Trump kaum besser. Und dann sind da noch die Umfragewerte.

  • Nato-Kampfjets schießen Drohne über Litauen ab: Eine Drohne ist in den litauischen Luftraum eingedrungen – und abgeschossen worden. Präsident Nausėda bedankt sich bei der Nato und verweist auf »die zunehmende Aggression Russlands gegen die Ukraine«.

  • »The Pitt« erneut als beste Dramaserie ausgezeichnet, »Widow’s Bay« als beste Comedy: Zweites Jahr, zweiter Sieg: Die Krankenhausserie »The Pitt« räumt bei der Verleihung des wichtigsten US-Fernsehpreises ab. Jean Smart und Matthew Rhys schreiben Emmy-Geschichte. Auch die Macher von »Widow’s Bay« haben Grund zur Freude.


Heute bei SPIEGEL Extra: Muskeln aufbauen, Gewicht verlieren – Deutschlands bekanntester Bodybuilder erklärt, wie es wirklich klappt

Foto:

Eva-Maria Gebhardt / DER SPIEGEL

Der Bodybuilder Urs Kalecinski verrät, was viele Menschen beim Krafttraining falsch machen, wer von Protein- und Kreatinpulver profitiert. Und welche fünf Übungen das perfekte Training ergeben .

Ich wünsche Ihnen einen guten Start in den Tag.

Ihr Stefan Kuzmany, Autor der Chefredaktion