Woche der Nobelpreise
Heute beginnt die diesjährige Nobelpreissaison mit der Verkündung der Preisträger des Nobelpreises für Medizin, weiter geht es morgen mit dem für Physik und übermorgen mit dem Nobelpreis für Chemie. Am Donnerstag folgt der Literaturnobelpreis und am Freitag der Friedensnobelpreis. Am nächsten Montag erfahren wir dann noch, wer den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften bekommt.
Nobelpreismedaille
Foto: Kay Nietfeld/ picture alliance/dpaHier jetzt schon auf mögliche Sieger zu tippen, wäre unseriöse Spekulation. Darum nur so viel: Sollte Ihnen heute im Laufe des Tages das Wort Orexin begegnen, dann haben Sie es hier zuerst gehört! Das ist der Name eines Neuropeptids, das an der Steuerung des Schlaf-Wach-Rhythmus und des Appetits beteiligt ist, und seine Entdecker sind heiße Kandidaten auf den Nobelpreis für Medizin. Mal sehen. Vielleicht trifft es auch die Entdecker des Wirkstoffs der Abnehmspritze.
Von einer mit dem Chemie-Nobelpreis ausgezeichneten Methode profitiert übrigens dieser Tage ein Patient in der Berliner Charité. Vor sechs Jahren haben zwei Biochemikerinnen den Preis für die Entwicklung der Genscheren-Technologie Crispr bekommen, und mithilfe dieser Erfindung konnte das Immunsystem des 19-jährigen Mohammed repariert werden, sodass er jetzt keine Bluttransfusionen mehr braucht.
Mehr Hintergründe hier: Erstmals Patient in Deutschland mit Genscheren-Technologie behandelt
Französische Schuldenlast
In Frankreich gehen in diesen Tagen Tausende Schülerinnen und Schüler auf die Straße, um gegen die Zustände an ihren Schulen zu demonstrieren (mehr dazu hier ). Es geht um marode Schulgebäude, fehlende Lehrkräfte und fehlende Unterrichtsmaterialien, also wie immer ums Geld. Und davon hat Frankreich zu wenig.
Links- und rechtsextreme Kandidaten Mélenchon und Le Pen: Beste Chancen bei der Präsidentschaftswahl
Foto: Julie Sebadelha; Julien de Rosa / AFPWährend es in den meisten südeuropäischen Ländern gelungen ist, die Schuldenquote in den vergangenen Jahren abzubauen, bewegt sich Frankreich in die andere Richtung: Das Verhältnis von Schulden zu Bruttoinlandsprodukt beträgt aktuell 118 Prozent, Tendenz steigend.
Mein Kollege Tim Bartz prophezeit, dass das französische Schuldenproblem bald noch größer werden könnte: Wenn im Frühjahr ein neuer Präsident oder eine Präsidentin gewählt wird, dann haben nach jetzigem Stand Marine Le Pen und Jean-Luc Mélenchon die besten Chancen. Die Rechtsextreme will das Renteneintrittsalter senken, das würde laut Berechnungen über 100 Milliarden Euro kosten. Pro Jahr. Und der Linksextreme will im großen Stil Staatsanleihen löschen, was wohl dazu führen würde, dass kaum noch jemand Frankreich Geld leihen wollen würde.
Aber weil Frankreich als Kernland der EU nicht pleitegehen darf, würde dann wohl die EZB einspringen – und damit die restlichen EU-Staaten.
Mehr Hintergründe hier: Und dann tanzen Le Pen oder Mélenchon im Élysée-Palast den Finanzpogo
Teurer Tanken, Heizung, Strom
Wo wir gerade bei unschönen Finanznachrichten sind: Da hätte ich noch eine schlechte und eine gute für Sie. Die schlechte zuerst, aber die kennen Sie schon: Die Energiepreise steigen. Heizen (mehr dazu hier ), tanken, Strom, alles wird teurer. Die gute Nachricht: Sie können jetzt schon abschätzen, wie viel teurer es für Sie wird.
Frau mit Wollmütze: Zieht euch warm an!
Foto: Martin Gerten/ picture alliance / dpaMeine Kollegen Max Heber, Henning Jauernig, Chris Kurt und Bernhard Riedmann haben einen interaktiven Energiepreisrechner entwickelt, in den Sie nur die Größe Ihres Haushalts, die Heizmethode und Ihre Fahrzeuge eingeben müssen, und schon wissen Sie, wie hoch die kommenden Mehrkosten wahrscheinlich ausfallen werden.
Ich fürchte aber, Kostensenkungen wird der Rechner in keinem Fall ausspucken. Vielleicht doch keine so gute Nachricht. Aber immerhin wissen Sie dann Bescheid.
Zum Kostenrechner hier: So teuer könnte der Energiewinter für Sie werden
Hier geht’s zum aktuellen Tagesquiz
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Gewinner des Tages…
DFB-Anhänger in Thessaloniki: Gern auch mit Toren!
Foto: Achilleas Chiras / EPA…ist die deutsche Fußballnationalmannschaft. Gut, gegen Griechenland hat das DFB-Team gestern nicht gewonnen. Aber immerhin hat es Spaß gemacht, einer Mannschaft zuzuschauen, die gut gekämpft und nach vorn gespielt hat. So kann das weitergehen, gern dann auch mit Toren.
Mehr zu der Partie hier: Das Vorspiel ist vorbei. Es war so lala
Die jüngsten Meldungen aus der Nacht
US-Luftwaffe zieht alle Bomber vom britischen Stützpunkt Fairford ab – offenbar hastig: Die mutmaßlichen Anschlagspläne gegen die britische Basis Fairford haben das US-Militär aufgeschreckt. Jetzt sind sämtliche Langstreckenbomber zurückbeordert worden. Die Eile des Abzugs wirft neue Fragen auf.
Lula und Bolsonaro-Sohn Flávio müssen in Brasilien in die Stichwahl: Der 80-jährige Amtsinhaber oder der Spross des hart rechten Ex-Präsidenten – wer regiert künftig in Brasilien? Vorerst kann sich weder Luiz Inácio Lula da Silva noch Flávio Bolsonaro durchsetzen. Die Entscheidung fällt in drei Wochen.
Österreichs Vizekanzler und SPÖ-Chef Babler zieht sich aus Spitzenämtern zurück: Andreas Babler gibt auf: Österreichs Vizekanzler, dessen SPÖ in einer Koalition mit der konservativen ÖVP und den liberalen Neos regiert, hat angekündigt, sich 2027 von seinem Posten zurückzuziehen, wie auch vom Parteivorsitz der Sozialdemokraten.
Heute bei SPIEGEL Extra: »Manche wollen von der Klinik aus weiterarbeiten. Oder wenigstens dreimal um den See fahren mit dem Rennrad«
Psychiater Bert te Wildt behandelt erschöpfte Managerinnen, Chefärzte und Museumsdirektoren. Hier erklärt er, warum es in manchen Kreisen fast dazugehört, immer kurz vor dem Burn-out zu stehen – und wie er selbst vorbeugt .
Ich wünsche Ihnen einen guten Start in den Tag.
Ihr Stefan Kuzmany, Autor der Chefredaktion
