SpOn 03.10.2026
11:38 Uhr

Nordkorea feuert erneut Rakete ab


Pjöngjang hat ein weiteres Mal ein Geschoss in Richtung Meer befördert. Die Drohgebärde folgt wenige Tage nach einem Grenzzwischenfall mit südkoreanischen Soldaten.

Nordkorea feuert erneut Rakete ab

Nordkorea hat nach Angaben aus Seoul eine Rakete abgefeuert. Am Morgen habe »unsere Armee eine ballistische Rakete entdeckt, die aus dem Gebiet um Wonsan in Nordkorea in Richtung Ostmeer abgefeuert wurde«, teilte der Generalstab in Seoul unter Verweis auf das auch als Japanisches Meer bekannte Gewässer mit.

Das zuständige Regionalkommando des US-Militärs, Pacom, teilte mit, man sei über den Raketenstart informiert und stehe in Verbindung mit den Verbündeten und Partnern. »Nach derzeitigem Stand stellt dieses Ereignis keine unmittelbare Bedrohung für US-Personal, das US-Hoheitsgebiet oder unsere Verbündeten dar«, hieß es weiter.

Das japanische Verteidigungsministerium teilte mit, die Rakete sei wahrscheinlich außerhalb der japanischen ausschließlichen Wirtschaftszone ins Japanische Meer gestürzt.

Drei verletzte südkoreanische Soldaten

Nordkorea testet regelmäßig ballistische Raketen und andere Waffensysteme. Nach Einschätzung von Fachleuten dienen die Tests dazu, die militärischen Fähigkeiten weiterzuentwickeln und Stärke zu demonstrieren.

Der aktuelle Raketenstart erfolgt rund zehn Tage nach einer Explosion im Grenzgebiet zwischen Nord- und Südkorea mit drei verletzten südkoreanischen Soldaten. Bei dem Vorfall im Grenzgebiet waren am 21. September drei südkoreanische Offiziere schwer verletzt worden. Nach Angaben aus südkoreanischen Militärkreisen ist davon auszugehen, »dass nordkoreanische Landminen mit hoher Wahrscheinlichkeit die Explosion verursacht haben«.

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Seoul warf dem Norden einen Bruch des Waffenstillstands vor und kündigte Konsequenzen an. Die Explosionen seien »eine klare Verletzung des Waffenstillstandsabkommens, und da Nordkorea die Verantwortung trägt, werden wir entsprechende Maßnahmen ergreifen«, sagte Südkoreas Verteidigungsminister Kang Shin Chul am Dienstag. Der südkoreanische Generalstab forderte am Mittwoch eine Entschuldigung Nordkoreas.

Nordkorea wies die Anschuldigungen zurück. Die Behauptung sei »zu niederträchtig und schmutzig«, erklärte Kims Schwester Kim Yo Jong laut der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA.

Südkorea und Nordkorea befinden sich offiziell noch immer im Kriegszustand, der Koreakrieg endete 1953 nur mit einem Waffenstillstand und nicht mit einem offiziellen Friedensvertrag. Beide Länder trennt die Entmilitarisierte Zone. In der Mitte dieses verminten Streifens verläuft die Demarkationslinie. Es handelt sich um eine der am stärksten befestigten und verminten Grenzen der Welt.

Das nordkoreanische Regime rüstet auf, die atomare Bedrohung wächst – vor allem für das verfeindete Südkorea. Trotzdem plädiert Präsident Lee für einen Kurswechsel im Umgang mit dem Regime. Lesen Sie hier , was dahintersteckt.

sol/dpa/AFP