SpOn 07.09.2026
12:22 Uhr

Nordsee und Ostsee viel zu warm – Helgoland besonders betroffen


Der heiße Sommer hat die Meere in Europa aufgeheizt. Mehrere Gebiete in der südlichen Nordsee erreichten neue Höchstwerte. Helgoland ist besonders betroffen.

Nordsee und Ostsee viel zu warm – Helgoland besonders betroffen

Seit diesem Sommer gilt Möckern-Drewitz in Sachsen-Anhalt als der heißeste Ort Deutschlands: 41,8 Grad wurden dort im Juni gemessen, ein neuer Rekord seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Nicht nur an Land rollte die Hitzewelle, zeigt nun eine Auswertung des Bundesamts für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH): Die Temperaturen in der Nordsee und der Ostsee lagen im Juni, Juli und August demnach deutlich über dem langjährigen Mittel.

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Besonders betroffen waren etwa die Gewässer um Helgoland. Am 1. Juli lag die Oberflächentemperatur dort vier Grad über dem klimatologischen Mittelwert für diesen Tag seit Inbetriebnahme der Messstation im Jahr 2009. Auch die maritimen Hitzewellen waren dort mit 66 Tagen ungewöhnlich lang.

Besonders Juni zu warm

In der südlichen Nordsee und dem Ärmelkanal war es ebenfalls viel zu warm: Die obere Wasserschicht hatte sich dort um zwei Grad Celsius mehr aufgeheizt als gewöhnlich. In einzelnen Gebieten der Region war es so warm wie noch nie in den vergangenen dreißig Jahren.

Insgesamt lag die durchschnittliche Oberflächentemperatur in der Nordsee bei 15,6 Grad Celsius – knapp ein Grad über dem langjährigen Mittel. Damit erlebte die Nordsee laut BSH den fünftwärmsten Sommer seit 1997.

So ist die Lage in der Ostsee

Die Oberfläche der Ostsee erhitzte sich im Schnitt auf 17,2 Grad Celsius, ebenfalls knapp ein Grad mehr als normal und damit der siebtwärmste Sommer in der Ostsee seit 1997. Besonders betroffen waren die deutschen und polnischen Küsten sowie die schwedische Ostküste und der äußerste Norden. Besonders der Juni war extrem warm mit fast drei Grad Celsius über dem langjährigen Mittel.

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»Besonders die neuen Höchstwerte in der südlichen Nordsee und die 66 Tage mit marinen Hitzewellen vor Helgoland zeigen, dass sich extreme Wärmeereignisse auch in unseren heimischen Meeren deutlich bemerkbar machen«, sagte Tim Kruschke vom BSH. Zwar seien Nordsee und Ostsee nicht so stark betroffen wie das Mittelmeer oder der Nordostatlantik, dennoch gehörten die Temperaturen vielerorts zu den höchsten der vergangenen Jahrzehnte. Das habe weitreichende Folgen.

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Für Meerestiere sind die hohen Temperaturen teils lebensgefährlich, weil sie Algenblüten und Sauerstoffmangel begünstigen. Ihr Lebensraum schrumpft, einige Arten müssen in kältere Gewässer ziehen. Dafür breiten sich einwandernde Arten verstärkt aus, von denen einige zur Plage werden wie die Chinesische Wollhandkrabbe.

Weil sich warmes Wasser ausdehnt, steigt zudem der Meeresspiegel – verstärkt wird der Effekt durch die schmelzenden Gletscher und Eisschilde. Dadurch steigen die Wasserstände bei Sturmfluten. Zudem speichern wärmere Meere weniger Kohlendioxid, was den Klimawandel verstärkt.

Laut Fachleuten ist das 1,5-Grad-Ziel nicht mehr zu halten. Welche drei Dinge die Menschheit nun anpacken muss, lesen Sie in diesem Kommentar.

koe