Einst war Elon Musk Geldgeber von ChatGPT-Entwickler OpenAI – und schied dann im Streit aus. Er wollte die heutige Führung des KI-Vorreiters entmachten, aber der US-Techmilliardär ist mit seiner Klage gescheitert. Geschworene in Kalifornien kamen zu dem Schluss, dass Musk erst nach Ablauf der Verjährungsfrist vor Gericht gezogen war. Richterin Yvonne Gonzalez Rogers urteilte entsprechend.
Musk wollte unter anderem erreichen, dass OpenAI-Chef Sam Altman und Topmanager Greg Brockman ihre Posten verlieren und die Struktur des KI-Entwicklers geändert wird.
Der Techmilliardär warf Altman und Brockman vor, sie hätten »eine wohltätige Organisation gestohlen«. Um diesen Vorwurf ging es zentral in dem mehrwöchigen Prozess im kalifornischen Oakland. Am Ende entscheidend war aber der Zeitpunkt von Musks Klage im Jahr 2024. Er hatte die Unterstützung von OpenAI bereits 2020 vollständig eingestellt – und konnte die Geschworenen nicht überzeugen, dass er erst später Verdacht über das Verhalten seiner einstigen Mitstreiter geschöpft habe. In Kalifornien verjähren solche Vorwürfe nach drei Jahren.
Musk war früher wichtiger Geldgeber
Die Geschworenen hatten in dem Verfahren zwar eigentlich nur eine beratende Rolle. Richterin Gonzalez Rogers hatte aber schon vorab angekündigt, dass sie deren Entscheidung zur Verjährungsfrist folgen werde. Entsprechend legten sich die Geschworenen auch gar nicht erst zum Kern von Musks Vorwürfen fest.
Musk war in der Anfangszeit ein wichtiger Geldgeber von OpenAI. Insgesamt trug er rund 38 Millionen Dollar zur Finanzierung bei. Bis Mitte 2017 unterstützte er die KI-Entwicklung mit etwa 25 Millionen Dollar an vierteljährlichen Zahlungen und übernahm bis 2020 die Miete im Umfang von gut 12 Millionen Dollar. Ferner gab es vier Fahrzeuge des von ihm geführten Elektroauto-Herstellers Tesla für Top-Mitarbeiter.
OpenAI besteht aus einem gemeinnützigen Kern und einer auf Gewinn ausgerichteten Firma, die ihm laut Satzung untergeordnet ist. Musk behauptete in seiner 2024 eingereichten Klage, er sei von Altman und Brockman hinters Licht geführt worden.
Er habe das Geld ausdrücklich für die Entwicklung künstlicher Intelligenz in einer Non-Profit-Struktur gespendet, argumentierten Musk und seine Anwälte. Inzwischen stecke der Wert aber größtenteils in der gewinnorientierten Firma – und davon profitierten nun Altman, Brockman und der Großinvestor Microsoft. Sie hätten eine »gemeinnützige Organisation gestohlen«, sagte Musk mehrfach im Prozess. Mehr zu dem KI-Rosenkrieg lesen Sie hier .
OpenAI widerspricht und betonte, dass der Non-Profit-Kern weiterhin die Kontrolle habe. Ohne eine zusätzliche auf Gewinn ausgerichtete Firma wäre es unmöglich gewesen, die nötigen Milliardeninvestitionen zu heben, argumentiert OpenAI.

