SpOn 04.06.2026
11:54 Uhr

Polizist der GSG 9 tödlich verletzt – Kollege vertauschte offenbar Munition


Nach dem Tod eines Polizisten wird gegen einen Beamten wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung ermittelt. Er soll bei einem Schießtraining Übungsmunition mit scharfer Munition vertauscht haben.

Polizist der GSG 9 tödlich verletzt – Kollege vertauschte offenbar Munition

Ein tödlicher Zwischenfall bei einem Schießtraining von Spezialkräften der Bundespolizei auf dem Truppenübungsplatz Putlos in Schleswig-Holstein ist nach Ermittlerangaben offenbar durch vertauschte Munition verursacht worden. Ein Angehöriger der GSG 9 habe mutmaßlich beim Laden einer Waffe Übungspatronen mit scharfer Munition vertauscht, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft in Lübeck am Donnerstag mit . Gegen den Beamten werde wegen fahrlässiger Tötung ermittelt. Das Verfahren sei noch nicht abgeschlossen.

Ersten Ermittlungsergebnissen zufolge gab der Polizist, der die Munition vertauschte, bei der Übung selbst den tödlichen Schuss auf einen weiteren Angehörigen seiner Einheit ab. Der Getroffene erlag trotz Rettungsmaßnahmen noch vor Ort seinen Verletzungen. Die Übung hatte am 11. Mai auf dem Truppenübungsplatz der Bundeswehr bei Oldenburg in Holstein stattgefunden.

Nach dem Vorfall äußerte sich Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) »zutiefst erschüttert« über den Tod des Beamten. Die GSG 9 ist die Spezialeinheit der Bundespolizei. Sie kommt bei der Bekämpfung von schwerster Kriminalität zum Einsatz – etwa bei Geiselnahmen, Anschlägen oder besonders riskanten Razzien. Jährlich absolviert sie laut Bundespolizei etwa 50 bis 60 Einsätze.

Mehr zum Thema

Der Truppenübungsplatz Putlos der Bundeswehr unweit der Insel Fehmarn ist nach Angaben der Bundeswehr flach und nur leicht hügelig mit geringem Baumbestand. Er umfasst zudem Strandgebiete und Steilküsten. Hier können Einsatzkräfte demnach komplexe Lagen trainieren und verschiedene Schießtrainings absolvieren.

wit/dpa/AFP