Eine Landwirtin aus einem Dorf in der britischen Grafschaft Gloucestershire will den mutmaßlich geplanten Terroranschlag auf den Militärstützpunkt Fairford verhindert haben. Sie sei auf drei Transporter in ihrem Dorf aufmerksam geworden, die in einer seltsamen Formation geparkt hätten, sagte sie der BBC . Auch eine große Gruppe an maskierten Männern habe sie gesehen. Dann habe sie den Notruf gewählt, und binnen zehn Minuten sei das Dorf voller Polizisten gewesen.
Die britischen Behörden berichteten am Sonntag von fünf Festnahmen wegen des Verdachts auf Vergehen gegen Sprengstoff- und Terrorgesetze. Antiterroreinheiten ermitteln demnach in dem Fall. Es sei ein Hinweis eingegangen, dass drei Lieferwagen auf dem Weg zum Flugplatz RAF Fairford seien. Die nationale Antiterrorkoordinatorin Vicki Evans wollte sich angesichts des Zeitpunkts nicht weiter zu Details äußern. Auch ist nicht klar, wie ein möglicherweise geplanter Anschlag hätte ablaufen sollen.
Verdächtige wieder frei
Die fünf Verdächtigen seien am Montag »nach umfangreichen Befragungen und Ermittlungen« unter Auflagen freigelassen worden, heißt es von der Antiterrorpolizei. Die Polizei verfolge mehrere Spuren – unter anderem prüfe sie, ob die Männer »im Auftrag eines anderen Staates« gehandelt haben könnten.
Ein US-Aufklärungsflugzeug in Fairford
Foto: Alastair Grant / APDen Luftwaffenstützpunkt Fairford nutzen die USA unter anderem für Angriffe auf Iran. Die britische Regierung hatte den USA die Erlaubnis erteilt, in Fairford stationierte Bomber für Angriffe auf iranische Raketenstellungen zu nutzen, von denen aus Schiffe in der Straße von Hormus attackiert worden sind. Iran wies jegliche Verwicklung bereits »aufs Schärfste« zurück und sprach von »böswilligen Spekulationen«.
Laut US-Präsident Donald Trump hatte man die Verdächtigen »schon lange im Blick«. Die Version der Landwirtin jedoch wirft daran gewisse Zweifel auf.
Wie sie der BBC sagte, habe es in den Tagen zuvor hohe Sicherheitsvorkehrungen rund um den Luftwaffenstützpunkt gegeben. Auf dem Rückweg von einer Party habe sie dann die Transporter mit merkwürdiger Werbung gesehen. Sie habe direkt gemerkt, dass die Werbung nicht echt sein konnte, und könne nicht begreifen, wie die Vans unter den gegebenen Sicherheitsvorkehrungen nicht vorher entdeckt wurden.
Laut der Landwirtin sei es pures Glück gewesen, dass sie die Männer entdeckte. Zwar sei eine Straße nahe dem Eingang zum Militärstützpunkt blockiert gewesen. Andere Straßen hingegen nicht. Die Landwirtin warf den Behörden schweres Versagen vor. Die Transporter standen demnach nur wenige Meter von den Häusern entfernt. Nach dem Notruf um 1.36 Uhr in der Nacht sei das Dorf erst um 6 Uhr evakuiert worden.
Der britische Verteidigungsminister Wes Streeting zeigte sich im Frühstücksprogramm der BBC dankbar. Bei »allem Respekt« habe die Anwohnerin aber ein »unvollständiges Bild« der Lage, sagte Streeting weiter, ohne ins Detail zu gehen. Damit von der BBC konfrontiert, antwortete die Landwirtin: »Ich weiß nicht, wie er wissen soll, welches Bild ich habe. Ich habe ihn nie getroffen.« Niemand Offizielles habe sich bisher an sie oder andere Dorfbewohner gewandt.
