SpOn 13.10.2026
14:02 Uhr

René Benko: Signa-Gründer in Untersuchungshaft will in den Hausarrest wechseln


Ex-Milliardär René Benko hat die Verlegung aus der Untersuchungshaft in den Hausarrest mit Fußfessel beantragt. Sein Verteidiger begründet diesen Wunsch mit bevorstehenden Prozessen.

René Benko: Signa-Gründer in Untersuchungshaft will in den Hausarrest wechseln

Der in Untersuchungshaft sitzende Tiroler Immobilieninvestor und Gründer der Signa-Gruppe René Benko will in den elektronisch überwachten Hausarrest wechseln. Über seinen Antrag ​entscheidet am Mittwoch das Landesgericht Innsbruck, wie sein Verteidiger Norbert Wess der Nachrichtenagentur Reuters mitteilte. Das Landesgericht war ‌für eine Stellungnahme zunächst nicht erreichbar. Benko sitzt seit Januar 2025 in Untersuchungshaft.

Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA), die die Ermittlungen gegen Benko führt, wollte sich auf Anfrage nicht zu dem Antrag äußern. Die Haftprüfungsverhandlung sei Angelegenheit des Gerichts, sagte eine Sprecherin.

Verteidiger Wess begründete den Antrag damit, dass die Verlegung notwendig sei, um sich besser auf die bevorstehenden Prozesse vorbereiten zu können. Er verwies dabei auf das in der ⁠Europäischen Menschenrechtskonvention verankerte ⁠Recht auf ein faires Verfahren. Zu diesem Zweck sei in Innsbruck eine rund 60 Quadratmeter große Wohnung angemietet worden, auch zum Schutz des familiären Umfelds Benkos, sagte ‌der Anwalt.

Benko war erst im September wegen betrügerischer ​Krida rechtskräftig zu 30 ‌Monaten Haft verurteilt worden. Bei diesem in Österreich gebräuchlichen Straftatbestand geht es um die vorsätzliche Schmälerung von Vermögen zulasten von Gläubigern im Angesicht drohender Zahlungsunfähigkeit.

Neuer Gerichtstermin im November

Nach seiner bedingten Entlassung nach Verbüßung von zwei Dritteln der Strafe ‌wurde die Untersuchungshaft in einem anderen Verfahren unmittelbar fortgesetzt. Im November muss sich der 49-Jährige erneut vor Gericht verantworten. Die WKStA wirft ihm schweren ‌Betrug im Zusammenhang mit einer Garantie gegenüber ​dem früheren Strabag-Chef Hans Peter Haselsteiner ‌und dessen Familienstiftung vor.

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Benko war im Zuge der Ermittlungen ‌rund um ​den Zusammenbruch seines Immobilien- und Handelskonzerns Signa festgenommen worden. Die Pleite der Signa Ende 2023 gilt als größte ​Insolvenz der österreichischen Nachkriegsgeschichte. Zum Firmengeflecht gehörten ⁠auch bekannte deutsche Warenhäuser wie ​Galeria Karstadt Kaufhof ​und das Berliner KaDeWe.

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kko/Reuters