Strom aus der Energie des Rheins: 124 schwimmende Mini-Strömungskraftwerke sollen künftig in Rheinland-Pfalz Strom für Hunderte Haushalte produzieren. Das rheinland-pfälzische Umweltministerium hat den Bau eines sogenannten Schwarmkraftwerks in einem Nebenarm des Rheins bei Sankt Goar genehmigt.
In dem Schwarm aus Minikraftwerken werden Rotoren vom Wasser des Flusses angetrieben, sie sind im Flussbett verankert und sollen nahezu geräuschlos und rund um die Uhr Strom erzeugen. Die Technik stammt von der Firma Energyminer aus Gröbenzell bei München.
Nach Angaben des Unternehmens ist es das erste Mal , dass ein Schwarmkraftwerk genehmigt wurde, das Strom aus freifließenden Gewässern gewinnt. »Mit Strömungsgeschwindigkeiten von 1,5 bis 2 Metern pro Sekunde bietet der Rhein in diesem Abschnitt die idealen Bedingungen für ein Schwarmkraftwerk«, heißt es in einer Mitteilung des rheinland-pfälzischen Umweltministeriums .
Für Fische im Rhein sollen die Mini-Strömungskraftwerke laut einer Studie der TU München keine Gefahr darstellen – auch das Verhalten der Fische werde nicht beeinflusst. »Ich hoffe, dass an geeigneten Stellen noch viele weitere Schwarmkraftwerke dem Beispiel aus Sankt Goar folgen werden, sodass möglichst viele Menschen von dieser effizienten Art der Stromgewinnung profitieren können«, sagte Umweltministerin Katrin Eder (Grüne).
Hundert solcher Anlagen könnten demnach 1,5 Gigawattstunden Strom pro Jahr erzeugen und so 400 bis 500 Vier-Personen-Haushalte versorgen.
