SpOn 09.03.2026
16:38 Uhr

Rosanna Arquette ärgert sich über rassistische Sprache in Tarantino-Filmen


Sie kann's nicht mehr hören: Schauspielerin Rosanna Arquette findet das Werk von Quentin Tarantino grandios – bis auf ein bestimmtes Wort. Das sei für sie keine Kunst.

Rosanna Arquette ärgert sich über rassistische Sprache in Tarantino-Filmen

Schauspielerin Rosanna Arquette, 66, findet die rassistische Sprache in den Filmen von Regisseur Quentin Tarantino abstoßend. In einem Interview mit der britischen »Times« blickte sie auf den gemeinsamen Film »Pulp Fiction« zurück, den sie als »großartig« und »ikonisch« bezeichnet – bis auf die Tatsache, dass Tarantino bei der Verwendung des N-Wortes seitdem freie Hand habe und dies auch in vielen folgenden Filmen genutzt habe.

Filmemacher Quentin Tarantino: Normalisiert er rassistische Sprache?

Filmemacher Quentin Tarantino: Normalisiert er rassistische Sprache?

Foto: Charles Sykes / Invision / AP

»Es ist ein Kultfilm, ein großartiger Film auf vielen Ebenen«, sagte sie über »Pulp Fiction«. »Aber ich persönlich kann die Verwendung des N-Wortes nicht mehr ertragen – ich hasse es. Das ist keine Kunst, das ist einfach nur rassistisch und widerlich.«

Aufklärung oder Reproduktion?

Die Verwendung des N-Wortes in Tarantinos Werk und die Einordnung dieser Entscheidung sind eine seit Jahrzehnten andauernde Debatte. Besonders im Sklaverei-Western »Django Unchained« (2012), in dem Jamie Foxx die Titelrolle des Sklaven Django spielt, löste damals Debatten aus. Der Film enthält über 110 Stellen, an denen sowohl schwarze als auch weiße Figuren das N-Wort verwenden. Regisseur Spike Lee sagte damals: »Der Film ist respektlos gegenüber meinen Vorfahren. Das ist meine persönliche Meinung. Ich spreche nicht für andere.«

In »Pulp Fiction« (1994), in dem auch Rosanna Arquette mitspielte, hatte Tarantino rassistische Beleidigungen auffällig oft eingesetzt, ebenso in »The Hateful Eight« (2016). In dem Hollywood-Drama »Once Upon a Time in Hollywood« (2019) war rassistische Sprache deutlich weniger zentral.

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Trotzdem kritisieren viele die verbale Entmenschlichung als wiederkehrendes Merkmal von Tarantinos Dialogen. Sprache wird bei ihm zur Abkürzung: Sie markiert Macht und Verrohung – und sie eskaliert Konflikte besonders schnell. Dramaturgisch ist das effektiv. Moralisch kann man das ambivalent finden.

Tarantino selbst hingegen argumentiert mit Realismus und historischer Wahrheit: Er will Rassismus nicht verschweigen, sondern brutal ausstellen. Es sei seine Aufgabe, die Kritik, die ihm entgegengebracht werde, zu ignorieren: »Ich glaube von ganzem Herzen und mit Leidenschaft an das, was ich tue«, sagte er mal über »Django Unchained«.

cpa