SpOn 07.10.2026
10:58 Uhr

Rostock: Oberbürgermeisterin Eva-Maria Kröger plant massiven Abbau der Beamtenstellen


Kahlschlag in Rostocks Stadtverwaltung? Oberbürgermeisterin Eva-Maria Kröger plant, 155 Beamtenstellen auf 10 zusammenzustreichen. Sie verspricht sich davon Millioneneinsparungen. Der Beamtenbund hält dagegen.

Rostock: Oberbürgermeisterin Eva-Maria Kröger plant massiven Abbau der Beamtenstellen

Wenn es nach Rostocks Oberbürgermeisterin Eva-Maria Kröger (Die Linke) ginge, könnten bald über neunzig Prozent der Beamtenstellen in der Hansestadt wegfallen. Momentan gibt es 155 Stellen, doch »am Ende des langjährigen Prozesses sollen nur 10 Beamtenstellen übrig bleiben«, sagte Kröger im Interview mit der »Ostsee-Zeitung« .

Künftig sollen in der Verwaltung nur noch der Oberbürgermeisterposten sowie ausgewählte Schlüsselpositionen und Amtsleiterstellen mit Beamten besetzt werden. Der geplante Stellenabbau würde somit nahezu die gesamte Verwaltung der rund 200.000-Einwohner-Stadt betreffen. Ausgenommen wären lediglich die 296 Beamten der Berufsfeuerwehr.

Die Linkenpolitikerin führt die Rostocker Stadtverwaltung seit Anfang 2023. »Wir haben seit Jahren das Problem, dass es für unsere Verwaltungsbeamten eine gewisse Perspektivlosigkeit gibt«, sagte die Oberbürgermeisterin. Es gebe zu wenige Beamtenstellen, »und es wurde zunehmend schwieriger, freie Stellen zu besetzen«. Statt weitere Stellen zu schaffen, beabsichtigt sie, den Beamtenstatus langfristig abzubauen.

Sind bald die Lichter aus im Rostocker Rathaus?

Sind bald die Lichter aus im Rostocker Rathaus?

Foto: Bernd Wüstneck / dpa

Darin bestehe nicht nur die Chance, die Verwaltung zu modernisieren. Die Linkenpolitikerin erhofft sich von der Maßnahme auch massive Einsparungen. Diese würden sich laut Kröger im fünfstelligen Bereich pro Stelle bewegen, was bei den vorgesehenen Streichungen mehrere Millionen Euro bedeuten würde.

Hohe Kosten durch hohen Krankenstand in Rostocker Verwaltung

Der Deutsche Beamtenbund Mecklenburg-Vorpommern signalisierte bereits Gegenwind für die Pläne. »Wer das Beamtentum in der Verwaltung abschaffen will, spart nicht – er verlagert Kosten in die Zukunft und macht die Stadt als Arbeitgeber unattraktiver«, kritisierte Dietmar Knecht, der Landesvorsitzende des Beamtenbundes in MV. Die Gewerkschaft sieht die eigentlichen Probleme eher beim hohen Krankenstand und einer spürbaren Überregulierung.

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Vergangenes Jahr rückte das Rostocker Rathaus mit einem überdurchschnittlich hohen Krankenstand ins Rampenlicht. Auf die damalige Anfrage der Bürgerschaft wurde bekannt, dass Angestellte in der Stadtverwaltung etwa 30 Tage jährlich ausfallen. Deutschlandweit liegt der Durchschnitt bei 19 Tagen.

Ohne Beamte ist kein Staat zu machen. Doch es gibt zu viele, ihre Privilegien spalten das Land und könnten bald die Haushalte sprengen. Was sich ändern muss, lesen Sie hier .

jmm