Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die jüngsten russischen Angriffe gegen Kyjiw und andere Städte seines Landes scharf verurteilt. Die Angriffe gegen Kindergärten, Schulen und Wohngebäude würden überall in der Welt als Terrorismus eingestuft, schrieb Selenskyj auf der Plattform X. »Leider wurden dabei auch Menschen getötet.« Unter den beschädigten Gebäuden sei auch die Residenz des Botschafters Saudi-Arabiens in Kyjiw.
Moskau verfolge mit diesen Angriffen keine militärischen Ziele. Sie seien lediglich ein Versuch, die Menschen der Ukraine zu brechen und die ukrainische Gesellschaft »so tief wie möglich zu verletzen«.
Fünf Tote bei russischen Drohnenangriffen
Bei einem russischen Angriff auf einen Markt in einem Vorort von Kyjiw sind nach ersten Angaben mehrere Menschen getötet und verletzt worden. Bürgermeister Vitali Klitschko berichtete am Abend auf Telegram von zwei Toten und mindestens vier Verletzten . Andere Quellen sprachen von mindestens zehn Verletzten. Der Kyjiwer Militärverwalter Timur Tkatschenko sprach ebenfalls von zwei Todesopfern nach dem Drohnenangriff auf den Markt im Bezirk Butscha. In Charkiw im Nordosten des Landes wurde der Fahrer eines Autos durch einen Drohneneinschlag getötet.
Die ukrainische Hauptstadt war im Tagesverlauf mehrmals von russischen Kampfdrohnen angegriffen worden. Bei Einschlägen in verschiedenen Gebäuden waren nach Angaben von Klitschko neun Menschen verletzt worden. Dort seien unter anderem Hochhäuser, Datenzentren und ein Gebäude getroffen worden, das vom saudi-arabischen Botschafter als Residenz genutzt werde.
Selenskyj warf Moskau vor, die internationale Gemeinschaft mit falschen Friedenssignalen zu täuschen, um harte Sanktionen oder Reaktionen des Westens zu vermeiden. »Russland versteht es, genau die Art von ermutigenden diplomatischen Signalen zu senden, die die Welt einfach hören will«, schrieb er. »Es versteht es, solche Signale zu senden, um harte Maßnahmen der Weltgemeinschaft als Reaktion auf den Krieg hinauszuzögern.«
Die Ukraine rechne mit effektiven Entscheidungen der Welt und mit starkem Druck ihrer Partner, damit Moskau erkenne, »dass es durch die Manipulation diplomatischer Signale nicht immer mehr Zeit für Krieg und Terror gewinnen kann«.
Die Ukraine wehrt sich seit über viereinhalb Jahren gegen eine Invasion der russischen Armee. Angesichts festgefahrener Frontlinien greift Russland mit seiner Luftwaffe, Kampfdrohnen und ballistischen Raketen verstärkt die Städte der Ukraine an. Die Ukraine wehrt sich mit Drohnenangriffen gegen Objekte der Erdöl- und Rüstungsindustrie auf russischem Staatsgebiet.
Die Verteidigung gegen Russlands Angriffskrieg wird für Kyjiw und seine Unterstützer immer teurer. Warum die Geldnot der Ukraine auch mit hausgemachten Problemen zu tun hat, lesen Sie hier.
