SpOn 15.09.2026
12:41 Uhr

Saarbrücken und Stuttgart: Terrorverdacht gegen eritreische Regierungsgegner – zwei Festnahmen


Mitglieder der »Brigade N’Hamedu Deutschland« sollen Veranstaltungen von Anhängern der eritreischen Regierung in Deutschland attackiert haben. Zwei mutmaßliche Anführer müssen nun vor einen Ermittlungsrichter.

Saarbrücken und Stuttgart: Terrorverdacht gegen eritreische Regierungsgegner – zwei Festnahmen

Beamte des Bundeskriminalamts und der Bundespolizei haben zwei mutmaßliche Mitglieder der terroristischen Vereinigung »Brigade N’Hamedu Deutschland« festgenommen. Dabei handelt es sich laut der Bundesanwaltschaft um eine international vernetzte Gruppierung, deren erklärtes Ziel es war, die Regierung in Eritrea zu stürzen.

Der eritreische Staatsangehörige Merhawi A. und der deutsche Staatsangehörige Shimangus T. seien in der Nähe von Saarbrücken beziehungsweise in Stuttgart festgenommen worden, teilt die Bundesanwaltschaft mit . Die Beschuldigten seien der Mitgliedschaft in einer inländischen terroristischen Vereinigung dringend verdächtig, Merhawi A. werde in diesem Zusammenhang auch Landfriedensbruch in zwei Fällen vorgeworfen.

Merhawi A. und Shimangus T. sollen seit Jahren Mitglieder der »Brigade N’Hamedu Deutschland« sein. A. als Generalsekretär und T. als erster Vorsitzender sollen maßgeblich an dem Aufbau der Strukturen der Brigade sowie an der Organisation gewaltsamer Aktionen beteiligt gewesen sein, heißt es.

Die Vereinigung »Brigade N'Hamedu Deutschland« wurde laut Bundesanwaltschaft im August 2022 gegründet. Das Ziel: die Regierung in Eritrea stürzen. »Sie verfolgte ihr Anliegen auch durch Gewaltaktionen gegen hiesige Veranstaltungen von Anhängern der eritreischen Regierung«, so die Bundesanwaltschaft. »Dabei erachteten die Mitglieder der Vereinigung Gewalt gegen deutsche staatliche Institutionen und Repräsentanten der Staatsgewalt – beispielsweise Polizeikräfte, die zum Schutz der Veranstaltungen eingesetzt wurden – als legitimes Mittel.«

Zahlreiche Mitglieder der »Brigade N’Hamedu Deutschland« hätten etwa Teilnehmer und Polizeikräfte bei Veranstaltungen der regimetreuen eritreischen Diaspora am 20. August 2022 und am 8. Juli 2023 in Gießen sowie am 16. September 2023 in Stuttgart angegriffen. »Die Ausschreitungen wurden von Führungskräften der Brigade koordiniert, die auch zum Einsatz potenziell tödlicher Gewalt aufriefen«, heißt es. Zahlreiche Polizeibeamte und einige Veranstaltungsteilnehmer seien teilweise erheblich verletzt worden.

Merhawi A. soll an den Ausschreitungen in Gießen laut Bundesanwaltschaft auch aktiv vor Ort mitgewirkt haben. In einem Fall soll er eine Gruppe von Angreifern angeführt haben.

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A. und T. sollen nun dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs vorgeführt werden, der ihnen die Haftbefehle eröffnen und über den Vollzug der Untersuchungshaft entscheiden wird. Bei beiden hatte es bereits im März 2025 Durchsuchungen gegeben.

Im Sommer 2024 hatte die »Brigade N’Hamedu Deutschland« laut Bundesanwaltschaft verkündet, künftig von gewaltsamen Ausschreitungen außerhalb Eritreas abzusehen.

Flaschenwürfe, Festnahmen, verletzte Polizisten: Die Krawalle rund um das umstrittene Eritrea-Festival 2023 waren massiv. Warum ein eritreischer Konflikt in Gießen ausgetragen wurde und was ein Diktator damit zu tun hat, lesen Sie hier.

ptz