SpOn 02.10.2026
16:47 Uhr

Sefe: Bund leitet laut Medienbericht Reprivatisierung von Gaskonzern ein


Wegen ausbleibender Gaslieferungen aus Russland stand Sefe, damals noch Gazprom Germania, einst vor der Pleite. Der Konzern wurde verstaatlicht. Nun soll der Prozess womöglich wieder umgekehrt werden.

Sefe: Bund leitet laut Medienbericht Reprivatisierung von Gaskonzern ein

Sefe ist der mit Abstand größte Gasimporteur in Deutschland, vor einigen Jahren wurde er verstaatlicht. Nun treibt die Bundesregierung jedoch offenbar die Reprivatisierung des Unternehmens voran: Wie die »Börsen-Zeitung« berichtet, sucht das Bundeswirtschaftsministerium derzeit nach Kanzleien, die das Vorhaben rechtlich beraten sollen. Das Blatt beruft sich dabei auf ‌Ausschreibungsunterlagen. Der Zuschlag solle bis spätestens zum 1. November erteilt werden.

Zugleich bewerben sich dem Bericht zufolge Investmentbanken bei der staatlichen Förderbank KfW um Mandate für die Privatisierung. Der Bund hatte die ehemalige Gazprom-Tochter nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine mit ​rund sechs Milliarden Euro gerettet und verstaatlicht. Auf diesen Betrag werde der Wert des Unternehmens ⁠mit ⁠Sitz in Berlin nun geschätzt. Dass Sefe wieder privatisiert werden soll, war grundsätzlich in der Regierungskoalition vereinbart.

Interesse von Investoren hält sich bislang in Grenzen

Geplant ist den Angaben zufolge ein zweigleisiges Verfahren, das ‌entweder in einen Verkauf oder in einen Börsengang ​mündet. In diesem ‌Zuge solle eine Kapitalerhöhung bis zu zwei Milliarden Euro für den Ausbau des Infrastrukturgeschäfts einspielen. Die Investmentbank Lazard berate den Sefe-Vorstand bei der Vorbereitung dieses Schritts, hieß es unter Berufung auf Finanzkreise weiter.

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Allerdings: Das ‌Interesse potenzieller Investoren hält sich dem Bericht zufolge bislang in Grenzen. Die finanzielle Erholung von Sefe sei weniger weit fortgeschritten als beim Konkurrenten Uniper, der ‌derzeit ebenfalls privatisiert wird.

Sefe steht ​für »Securing Energy for Europe«. ‌Das Importvolumen des Unternehmens ist ​etwa doppelt so groß wie das von Uniper. Das Unternehmen spielt damit eine zentrale Rolle für ​die Versorgungssicherheit. Im Jahr 2025 ⁠erzielte Sefe mit knapp 2200 Beschäftigten ​einen Umsatz ​von rund 15,5 Milliarden Euro.

2025 wurde bekannt, dass Sefe zunehmend LNG aus Russland kauft und damit Geld in Putins Kriegskasse spült. Das Unternehmen könnte dabei auch gegen EU-Sanktionen verstoßen haben. Mehr dazu lesen Sie hier. 

mkh/Reuters