SpOn 26.04.2026
13:38 Uhr

Serie A: Schiedsrichter-Koordinator Gianluca Rocchi unter Betrugsverdacht


Droht dem italienischen Fußball nach 20 Jahren wieder ein Manipulationsskandal? Gegen den Schiedsrichter-Koordinator der beiden höchsten Ligen wird wegen Sportbetrugs ermittelt.

Serie A: Schiedsrichter-Koordinator Gianluca Rocchi unter Betrugsverdacht

Gegen den Schiedsrichter-Koordinator der italienischen Profiligen Serie A und B, Gianluca Rocchi, wird wegen des Verdachts auf Beteiligung an Sportbetrug ermittelt. Der 52-Jährige legte am Wochenende sein Amt nieder. Zudem wollen die Ermittler mehrere Spiele der vergangenen Saison prüfen.

Rocchi bestritt jede Beteiligung an illegalen Handlungen und erklärte, sich sicher zu sein, aus der Angelegenheit unbeschadet und gestärkt hervorzugehen. Der italienische Schiedsrichterverband AIA teilte mit, dass sich auch der VAR-Verantwortliche Andrea Gervasoni selbst vorübergehend von seinem Amt suspendiert hat.

Brisantes Video soll Verdacht bestätigen

Konkret geht es Berichten zufolge um die Serie-A-Begegnungen Udinese gegen Parma, die Udinese dank eines Elfmeters gewonnen hat, sowie Inter gegen Hellas, die die Mailänder mit 2:1 für sich entschieden. Rocchi soll Einfluss auf die Kollegen im VAR-Zentrum genommen haben.

Die Nachrichtenagentur Agi veröffentlichte ein Video aus den Ermittlungen, in dem VAR-Schiedsrichter Daniele Paterna zu sehen ist, wie er sich nach einer möglichen Handspiel-Szene zunächst gegen einen Elfmeter entscheidet. Nachdem er sich jedoch zu einer Person umdreht, empfiehlt er dem Referee im Stadion eine Überprüfung der Bilder – der Schiedsrichter entscheidet anschließend auf Elfmeter.

Die Sportzeitung »Gazzetta dello Sport« berichtete, es bestehe auch der Verdacht, Rocchi habe bei Ansetzungen Schiedsrichter ausgewählt, die dem Verein Inter Mailand zugeneigt gewesen seien. Rocchi erklärte in seiner Mitteilung angesichts der Vorwürfe weiter, immer korrekt gehandelt zu haben.

Der Skandal erinnert an die Affäre »Calciopoli«, die 2006 mit dem Abstieg des Rekordmeisters Juventus in die Serie B endete. Der Club aus Turin war in den Manipulationsskandal verwickelt, in dem Schiedsrichter-Ansetzungen beeinflusst wurden. Nach dem Urteil am 14. Juli 2006 wurde Juventus nicht nur in die zweite Liga versetzt, dem Club wurden auch die Meistertitel 2005 und 2006 aberkannt.

mfu/dpa/sid