Am Horn von Afrika nimmt die Piraterie seit einigen Wochen wieder zu. Zuletzt wurde vor Somalia am 26. April der Zementfrachter »Sward« gekapert, nur fünf Tage zuvor der Motortanker »Honour 25«, der Öl an Bord hatte. Das berichten lokale Behörden in Übereinstimmung mit Medienberichten und dem Maritimen Sicherheitszentrum für den Indischen Ozean (MSCIO).
Offenbar 20 Piraten an Bord der Sward
Die »Sward« verließ demnach am 13. April den Hafen von Suez in Ägypten. Knapp zwei Wochen später wurde sie etwa elf Kilometer vor der somalischen Hafenstadt Garacad auf dem Weg nach Kenia gekapert.
Laut drei Sicherheitsbeamten aus der autonomen somalischen Region Puntland befanden sich 17 Besatzungsmitglieder an Bord, 15 aus Syrien und zwei aus Indien.
Das Handelsschiff »Sward«
Foto: European Union Naval Force / Operation AtalantaDem »Guardian « zufolge steuerten die Piraten das Schiff anschließend in Richtung Küste, seitdem liegt es offenbar in einem abgelegenen Gebiet nahe Garacad vor Anker. Sechs bewaffnete Männer und ein unbewaffneter Dolmetscher betraten daraufhin offenbar das Schiff. Am Dienstagmorgen seien vier weitere bewaffnete Männer an Bord der »Sward« gegangen, was die Gesamtzahl der Piraten an Bord nach Angaben der Behörden auf 20 erhöht.
Schiffsbesatzungen sollen »erhöhte Wachsamkeit walten lassen, sofern dies möglich ist«
Übereinstimmenden Medienberichten zufolge sind neben der »Sward« in den vergangenen Wochen mindestens drei weitere Schiffe entführt worden, darunter auch ein Fischereifrachter . Der Abschnitt des Indischen Ozeans ist seit Langem ein gefürchteter Routenteil für Schiffe.
Ende der Nullerjahre nahm die Piraterie dort sprunghaft zu und erreichte 2011 seinen Höhepunkt. Damals wurden von somalischen Piraten 212 Schiffe in nur einem Jahr gekapert. Der Einsatz einer internationalen Marinekoalition löste das Problem weitestgehend. Rund zehn Jahre war es ruhig, seit etwa drei Jahren ist allerdings wieder ein Anstieg von Angriffen bemerkbar.
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Das MSCIO empfiehlt Schiffsbesatzungen in einer Stellungnahme , »erhöhte Wachsamkeit walten zu lassen, sofern dies möglich ist«.
Die globale Schifffahrt leidet bereits unter der nahezu vollständigen Blockade der Straße von Hormus durch Iran und den Angriffen der von Iran unterstützten jemenitischen Huthis rund um die schmale Meerenge Bab al-Mandab. Schiffe müssen die Meerenge passieren, um das Rote Meer zu verlassen. Viele umrunden anschließend das Horn von Afrika.
