»Mörder! Mörder!«
Wut und Trauer in Madrid nach dem Tod von Maricarmen Abascal. Das Schicksal der 87-Jährigen war Auslöser von Massenprotesten in Spanien.
Demonstrierende:
»Sie ist nicht einfach so gestorben. Sie wurde getötet. Der Staat ist dafür verantwortlich.«
Demonstrierende:
»Sie ist an einem gebrochenen Herzen gestorben ist. Sie haben sie durch ein gebrochenes Herz getötet.«
Bei der Zwangsräumung ihrer Wohnung wurde die Rentnerin mit einer Trage aus ihrer Wohnung geholt. Ein Investor hatte die Miete zuvor auf 2650 Euro erhöht – fast viermal so viel wie zuvor. Nach der Räumung kam Maricarmen in ein Krankenhaus, wo sie am Mittwoch gestorben ist.
Maricarmen Abascal, Renterin:
»Ich bin 87 Jahre alt. Ich lebe allein, habe keine Familie und wohne seit 70 Jahren in diesem Haus.
Diese Regierung muss begreifen, dass Menschen ein Recht auf ein Zuhause haben und dass Zwangsräumungen nicht zulässig sind, nur damit sich Geierfonds bereichern können, ohne dafür arbeiten zu müssen.«
Als Reaktion auf die Proteste wollte der spanische Ministerpräsident Pedro Sanchez seinen Plan gegen die Wohnungskrise durchs Parlament bringen, aber er bekam keine Mehrheit. Daraufhin kündigte er Neuwahlen für Ende November an.
Maricarmen hatte noch aus dem Krankenhaus eine Botschaft an die Demonstrierenden in den Protestcamps gesendet
Maricarmen Abascal, Renterin:
»Ich wäre gerne bei euch, würde gerne mit euch zelten und kämpfen, aber diese Möglichkeit habe ich nicht. Deshalb bitte ich euch von hier aus, mutig zu sein. Kämpft dafür, zu verteidigen, was euch gehört.«
Am 11. November soll es in Spanien einen Generalstreik geben. Die Debatte ums bezahlbare Wohnen wird wohl weitergehen.