In Spanien sind nach Behördenangaben im vergangenen Monat 101 Menschen im Zusammenhang mit der Hitze im Land gestorben – ein Höchststand seit Beginn der Erhebung vor mehr als zehn Jahren.
»Diese Zahl ist 3,6 Mal höher als die Durchschnittszahl der Hitzetoten im Mai im vergangenen Jahrzehnt«, erklärte das spanische Gesundheitsministerium. Es betonte »die bedeutenden Auswirkungen von Hitzeepisoden sogar schon vor Sommerbeginn«.
Bei den Angaben zu den Hitzetoten handelt es sich um Schätzungen, die sich auf ein System namens Momo stützen. Dieses sammelt die tägliche Zahl der Todesfälle in Spanien und gleicht sie mit den auf Grundlage historischer Daten eigentlich zu erwartenden Todesfällen ab.
Im Mai waren in mehreren spanischen Städten Temperaturrekorde gemessen worden. Insbesondere in Nordspanien habe es über mehrere Tage hinweg »für einen Mai außergewöhnlich hohe Temperaturen« gegeben, teilte der nationale Wetterdienst Aemet mit.
Noch heißerer Sommer vorhergesagt
Wegen des erhöhten Sterberisikos bei Hitze informiert das spanische Gesundheitsministerium die Bevölkerung mithilfe einer Hitze-Alarm-Skala von Grün für »kein Risiko« bis Rot für »hohes Risiko«. Seit dem Beginn der Datenerhebung 2015 bis zum Sommer 2025 wurden insgesamt 27.564 Todesfälle hohen Temperaturen zugeschrieben. Das tödlichste Jahr war laut Gesundheitsministerium 2022 mit 4789 mutmaßlichen Hitzetoten, gefolgt von 2025 mit 3832 Fällen.
Doch auf die aktuelle Hitze könnte ein noch heißerer Sommer folgen, legt ein neuer Uno-Bericht nahe. Die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) und das britische Met Office gehen davon aus, dass die globale Durchschnittstemperatur zwischen 2026 und 2030 mit 75 Prozent Wahrscheinlichkeit im Mittel mehr als 1,5 Grad über dem vorindustriellen Niveau liegen wird. Mehr dazu lesen Sie hier.
Auch in Deutschland waren die Temperaturen im Mai schon sommerlich. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) verzeichnete in diesem Jahr eines der zehn mildesten Frühjahre seit Beginn der Wetteraufzeichnungen vor 145 Jahren. Die durchschnittliche Temperatur lag in den Monaten März, April und Mai bei 9,9 Grad Celsius und damit 2,2 Grad über dem Wert der sogenannten Referenzperiode zwischen 1961 und 1990, wie der DWD unter Berufung auf eine vorläufige Auswertung mitteilte.
Vor allem das warme Maiende zog die Gesamtbilanz nach oben, daran konnten laut DWD auch einzelne Kälterückfälle Ende März und um die Eisheiligen wenig ändern. Der voraussichtliche Höchstwert wurde demnach am 30. Mai mit rund 34 Grad Celsius im baden-württembergischen Oberrheingraben gemessen. Laut DWD war das Frühjahr auch wieder deutlich zu trocken.

