SpOn 15.05.2026
13:01 Uhr

Stuttgart: Obdachloser »Schwalbe« spendete 200 Euro für alleinerziehende Mütter. Nun sind schon Tausende Euro beisammen


»Schwalbe« aus Stuttgart rührte Ende vergangenen Jahres mit seiner Großzügigkeit Menschen in ganz Deutschland. Nun entsteht aus der Initiative heraus ein Stiftungsfonds für wohnungslose Frauen.

Stuttgart: Obdachloser »Schwalbe« spendete 200 Euro für alleinerziehende Mütter. Nun sind schon Tausende Euro beisammen

Kurz vor Weihnachten vergangenen Jahres erreichte den Sozialdienst katholischer Frauen in Stuttgart eine besondere Spende: Der Obdachlose »Schwalbe« überreichte 200 Euro. Diese sollten Müttern in Not zugutekommen. Die Meldung berührte Menschen in ganz Deutschland, eine Welle der Solidarität brach über den Mann ein. Nun berichtet der Sozialdienst: Es seien bereits 10.000 Euro zusammengekommen, nun werde aus der Initiative heraus ein Stiftungsfonds entwickelt.

Im Dezember erzählte Vorständin Svenja Gruß dem SPIEGEL: »Ihm war überhaupt nicht bewusst, was diese für ihn kleine Geste ausgelöst hat.« Alle Angebote von gerührten Menschen, darunter etwa, »Schwalbe« die 200 Euro zu erstatten, habe er ausgeschlagen. »Ich brauche nichts. Ich habe, was ich brauche. Ich lebe bloß anders, das heißt nicht, dass es mir schlecht geht«, habe er gesagt, wie Gruß damals berichtete. Lesen Sie hier die ganze Geschichte nach.

»Aus einer leisen Geste wird damit eine sichtbare Bewegung für soziale Gerechtigkeit«

Wie der örtliche Sozialdienst katholischer Frauen mitteilte, seien im Verlauf der ersten Initiative bereits Tausende Euro gespendet worden. Diese seien bereits für Frauen und Kinder in einer Mutter-Kind-Einrichtung im Stuttgarter Osten bereitgestellt worden.

Doch sei gemeinsam mit »Schwalbe« der Wunsch entstanden, eine »nachhaltige Struktur« zu schaffen. Deshalb werde nun der Stiftungsfonds »Schwalbennest Stiftung« gegründet. »Aus einer leisen Geste wird damit eine sichtbare Bewegung für soziale Gerechtigkeit«, heißt es seitens des Sozialdiensts.

Der Fonds werde gezielt auf die Unterstützung wohnungsloser Frauen ausgerichtet, hieß es weiter, weil es dort einen steigenden Bedarf gebe und Kürzungen öffentlicher Mittel die ohnehin angespannte Versorgungslage verschärften. Die Schirmherrschaft habe Gudrun Nopper übernommen, die mit dem Stuttgarter Oberbürgermeister Frank Nopper (CDU) verheiratet ist.

Mehr zum Thema

In der Mitteilung des örtlichen Sozialdiensts hieß es weiter, dass »Schwalbe« die Idee seit Februar selbst auf die Straße getragen habe. So konnten demnach aus seinem eigenen Netzwerk bereits zusätzlich rund 6000 Euro für den Fonds gesammelt werden.

aeh