SpOn 08.09.2026
07:28 Uhr

Sudan: Gesundheitssystem steht laut Ärzte ohne Grenzen vor dem Kollaps


Hilfsgelder wurden gekürzt, nun droht die Schließung der letzten verbliebenen Kliniken im Bürgerkriegsland Sudan. Die NGO Ärzte ohne Grenzen richtet sich nun mit einem Appell an die Uno.

Sudan: Gesundheitssystem steht laut Ärzte ohne Grenzen vor dem Kollaps

Desaströs sind die Zustände im Bürgerkriegsland Sudan seit Jahren, nun droht nach Angaben der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) ein völliger Zusammenbruch des Gesundheitssystems.

Aufgrund der Kürzungen von Hilfsgeldern müssten im ganzen Land Kliniken und Ambulanzen schließen, warnte die Organisation anlässlich der heute beginnenden Generalversammlung der Vereinten Nationen (Uno) in New York.

MSF appellierte an die Staats- und Regierungschefs, die Finanzierung der notwendigen Gesundheitsversorgung im Sudan sicherzustellen. Der 2,87 Milliarden US-Dollar umfassende Uno-Hilfsplan sei lediglich zu 41 Prozent finanziert.

Erhöhter Bedarf, sinkende Mittel

»Der Krieg treibt die Bedarfe im Sudan in die Höhe, und gleichzeitig schränken Mittelkürzungen die mögliche Hilfe ein«, sagte Muhammad Ibrahim, MSF-Landeskoordinator im Sudan.

»Unsere Arbeit wird privat finanziert. Doch wenn die Mittel für andere Gesundheitsdienste wegfallen, schließen Kliniken, Patientinnen und Patienten haben weniger Anlaufstellen, und der Druck verlagert sich auf die verbleibenden Einrichtungen, darunter auch unsere.«

So sei in Tawila in Nord-Darfur die Versorgungslage von bis zu 600.000 Vertriebenen kritisch. Ärzte ohne Grenzen betreibe das einzige Krankenhaus mit 200 Betten in der Region und sei die einzige Organisation, die in der Lage sei, groß angelegte Maßnahmen zur Bekämpfung von Epidemien zu ergreifen. Die Zahl der Malaria- und Mangelernährungsfälle steige aber bereits jetzt, noch vor dem Höhepunkt der Regenzeit.

Zuletzt hatte bereits das Kinderhilfswerk Unicef vor den Einschnitten bei den Hilfsgeldern gewarnt und dabei auch die prekäre Gesundheitsversorgung im Sudan genannt. (Lesen Sie hier mehr  dazu.)

Im Sudan herrscht seit April 2023 ein blutiger Machtkampf zwischen den Regierungstruppen von De-facto-Staatschef Abdel-Fattah al-Burhan und der Miliz RSF von Mohamed Hamdan Daglo, genannt Hemedti.

Berichte über Gräueltaten an Zivilisten

Menschenrechtsgruppen werfen beiden Konfliktparteien Verbrechen an Zivilisten vor. Insbesondere der RSF werden systematische sexuelle Gewalt und Massaker an nicht arabischen Bevölkerungsgruppen in der Region Darfur vorgeworfen.

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Laut Uno hat der Konflikt zur größten humanitären Krise weltweit geführt. Mehr als elf Millionen Menschen wurden innerhalb des Sudans vertrieben oder flohen in die Nachbarstaaten.

Ein Uno-Expertenbericht kommt zu dem Schluss, dass auch ausländische Unterstützung durch Waffenlieferungen und Söldner den Konflikt befeuert. Dabei werden insbesondere die Vereinigten Arabischen Emirate genannt.

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fek/dpa