SpOn 16.09.2026
07:18 Uhr

Südamerika bleibt gefährlichste Region für Umweltschützer


Dort, wo Wälder gerodet und Böden ausgebeutet werden, ist Widerstand lebensgefährlich. Ein Bericht zählt erneut Dutzende Morde an Kleinbauern, Indigenen und Umweltaktivisten. Besonders gefährlich ist es in Kolumbien und Brasilien.

Südamerika bleibt gefährlichste Region für Umweltschützer

Weltweit sind im vergangenen Jahr mindestens 124 Land- und Umweltschützer getötet worden. Allein 105 von ihnen wurden in Südamerika umgebracht. Damit war die Region erneut mit großem Abstand trauriger Spitzenreiter, wie ein Bericht der Nichtregierungsorganisation Global Witness  zeigt.

Am größten war die Gefahr in Kolumbien, wo 39 Umweltschützer getötet wurden. Damit führt das Land zum vierten Mal in Folge die Statistik an. In Brasilien hat sich die Zahl der Tötungen binnen eines Jahres von 12 auf 26 mehr als verdoppelt. Auf Kolumbien und Brasilien entfielen somit mehr als die Hälfte aller weltweit registrierten Fälle.

Hinweise auf Organisierte Kriminalität

Mehr als drei Viertel der weltweit Getöteten waren Kleinbauern, Angehörige indigener Völker oder Menschen afrikanischer Abstammung. Bei mehr als einem Drittel der weltweit erfassten Fälle gab es zudem Hinweise auf Verbindungen zu Organisierter Kriminalität oder Auftragsmördern.

Insgesamt ist die Zahl der dokumentierten Tötungen allerdings zurückgegangen. 2024 registrierte Global Witness 142 Todesopfer, im Jahr davor waren es 196. Allerdings betont die NGO auch, dass die tatsächliche Zahl der Fälle vermutlich deutlich höher liegt.

Gefährlich wird es auf umkämpftem Land

Besonders gefährlich ist die Lage dort, wo um Land und natürliche Ressourcen gerungen wird. Mehr als die Hälfte der Tötungen stand demnach mit Landkonflikten in Verbindung. Global Witness sieht die Konzentration von Land in den Händen weniger Großgrundbesitzer und die Erschließung immer größerer Flächen zur wirtschaftlichen Nutzung als zentrale Konflikttreiber. Betroffen sind unter anderem Gebiete mit Bergbau und Rohstoffförderung, Abholzung und Landwirtschaft.

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Ungeklärte oder nicht anerkannte Ansprüche auf Land führten demnach dazu, dass indigene Gemeinschaften und Kleinbauern unter Landraub, Einschüchterung und Gewalt zu leiden hätten. Dabei seien Menschen, die ihr Land und die Umwelt verteidigen, die »Augen und Ohren der Welt vor Ort«, sagte Toby Hill, Autor des Berichts. Sie machten sichtbar, wo Ökosysteme zerstört, Wälder gerodet oder Flüsse verschmutzt würden. Die Gewalt gegen sie spiegele einen größeren Kampf um Land und Ressourcen wider.

jmm/dpa