SpOn 05.10.2026
16:55 Uhr

Tennis: Daniil Medwedew schießt Fan ab – und wird disqualifiziert


Es lief nicht gut für Daniil Medwedew, dann verlor er offenbar die Nerven: Im Halbfinale von Peking drosch er den Tennisball auf die Ränge – und traf einen Mann am Kopf.

Tennis: Daniil Medwedew schießt Fan ab – und wird disqualifiziert

Weil sein Halbfinalgegner Daniil Medwedew disqualifiziert wurde, steht Tennisstar Novak Djokovic bei seinem Lieblingsturnier in Peking wieder einmal im Finale. Aber auf diese Weise in ein Endspiel einzuziehen, das ist vermutlich selbst für den so erfahrenen Djokovic neu.

Medwedew schlug gegen Ende des zweiten Satzes nach einem verlorenen Punkt den Ball ins Publikum und traf dabei einen Zuschauer im Gesicht. Der Besucher musste mit offensichtlichen Schmerzen von der Tribüne geführt werden. Kurz darauf beendete der Schiedsrichter die Partie.

»Es tut mir auch für Daniil leid«

Djokovic wurde beim Stand von 7:5, 5:3, 15:15 nach knapp zweieinhalb Stunden zum Sieger erklärt und trifft im Endspiel am Dienstag auf den Australier Alex de Minaur. Der 39 Jahre alte Serbe hat in Peking noch nie ein Spiel verloren und verließ nun zum 33. Mal als Sieger den Platz.

»Ich bin ein bisschen geschockt. Es tut mir leid für die Person. Ich hoffe, sie ist nicht verletzt«, sagte Djokovic. »Es tut mir auch für Daniil leid, weil ich genau weiß, wie es sich anfühlt, für so etwas disqualifiziert zu werden«, sagte die langjährige Nummer eins der Welt. Djokovic wurde 2020 bei den US Open für einen ähnlichen Vorfall disqualifiziert.

Djokovic im Duell mit Medwedew

Djokovic im Duell mit Medwedew

Foto: Lintao Zhang / Getty Images

Vor dem unrühmlichen Ende hatten sich Djokovic, der im Viertelfinale Alexander Zverev bezwungen hatte, und Medwedew ein packendes Duell geliefert. Allein der erste Satz dauerte 1:19 Stunden, ehe sich Djokovic 7:5 durchsetzte.

Beiden Spielern waren fortan die Strapazen anzumerken. Der 39 Jahre alte Djokovic wirkte angeschlagen und stützte seine Hände immer wieder auf die Oberschenkel. Medwedew nahm dem Serben die Probleme aber offenbar nicht ab und imitierte seinen Gegner einige Male. Als er zum 2:4 seinen Aufschlag abgab, nahm sich aber auch der Russe eine Behandlungspause. Danach schaffte er das Rebreak, verlor dann aber wieder selbst den Aufschlag und kurz darauf die Nerven.

mon/dpa