SpOn 17.03.2026
17:45 Uhr

Theo Müller und die AfD: Unternehmer empfiehlt CDU Koalition mit Rechtsextremen


Vor Kurzem ging der Unternehmer noch gegen die Behauptung vor, er unterstütze die AfD. Nun mischt sich Theo Müller in die Debatte zur Regierungsbildung in Baden-Württemberg ein. Für AfD-Mann Frohnmaier findet er warme Worte.

Theo Müller und die AfD: Unternehmer empfiehlt CDU Koalition mit Rechtsextremen

Noch vor kurzer Zeit ging Theo Müller gegen Kritiker hart vor: So verklagte der Molkereiunternehmer die Plattform Campact für den Kernsatz ihrer Kampagne »Theo Müller unterstützt die AfD« – und scheiterte vor Gericht . Nun geht Müller in die Offensive und rät der baden-württembergischen CDU zu einer Koalition mit der rechtsextremen AfD in dem Bundesland.

»Die CDU muss sich nicht kleinmachen und Juniorpartner von Cem Özdemir werden«, sagte der 86-Jährige der Zeitung »Welt«. »Sie könnte stattdessen auch mit der AfD regieren oder sich von ihr dulden lassen.« Positive Worte fand Müller auch für Markus Frohnmaier, AfD-Spitzenkandidat in Baden-Württemberg. »Was der sagt, hat Hand und Fuß. Ich wüsste nicht, was gegen eine CDU-geführte Landesregierung spricht, die mit der AfD von Herrn Frohnmaier zusammen regiert«, sagte Müller.

Die Äußerungen des Molkereiunternehmers kamen kurz nach dem knappen Ergebnis der Landtagswahl in Baden-Württemberg. Die Grünen hatten mit 30,2 Prozent knapp Platz eins vor der CDU mit 29,7 Prozent erreicht. Im neuen Landtag kommen aber beide Fraktionen auf jeweils 56 Mandate. Da die CDU aber eine Zusammenarbeit mit der AfD ausschließt, ist eine Fortführung der Koalition aus Grünen und CDU die einzig realistische Regierungsoption. Grüne und CDU regieren in Baden-Württemberg bereits seit 2016 gemeinsam.

»Die Wahl ist geheim. Wer dort am Ende wen wählt, weiß niemand«

Müller riet der CDU nun, bei der Wahl des Ministerpräsidenten einen eigenen Kandidaten ins Rennen zu schicken. »Die Wahl ist geheim. Wer dort am Ende wen wählt, weiß niemand. Im Falle eines Sieges könnte die CDU sagen, dass der Respekt vor dem Parlament irgendwelche Spekulationen verbietet.«

Müller fiel bereits mehrfach mit Sympathiebekenntnissen für Alice Weidel auf, Chefin der rechtsextremen AfD. Im vergangenen August hatte der SPIEGEL über die pompöse Geburtstagsfeier Müllers berichtet, bei der Weidel anwesend war, zusammen mit anderen aus dem extrem rechten Spektrum.

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Diese Bekundungen waren unter anderem für Campact Anlass, die oben genannte Kampagne zu starten – unter anderem wurden mehr als 2,2 Millionen Sticker an mehr als 100.000 Haushalte verschickt oder Motive wie »Alles AfD, oder was?« oder »Jetzt mit AfD Geschmack« an 18 Orten deutschlandweit auf Gebäude projiziert.

Campact-Sprecherin Christin Furtenbacher kommentierte die jüngsten Einlassungen mit den Worten, Müller zeige nun offen, wofür er stehe: »Er empfiehlt der baden-württembergischen CDU eine Regierung mit der AfD. Noch vor Kurzem wollte er per Unterlassungsklage verhindern, dass seine Unterstützung für die AfD öffentlich wird und scheiterte damit vor Gericht.« Je klarer sich Müller zugunsten der AfD positioniere, desto relevanter werde die Frage, »welche Haltung der Müllermilch-Konzern dazu vertritt«, erklärte Furtenbacher.

sol/dpa