SpOn 16.09.2026
17:30 Uhr

Tom Cruise: Stunts und Explosionen? Jetzt macht sich der Actionstar bereit fürs Feuilleton


Schütteres Haar und Bauchansatz: Schon optisch bricht Tom Cruise in seinem neuen Film mit früheren Action-Werken. In einem Interview wird klar: Der Hollywoodstar gibt sich auch sonst wie ein Liebling des Programmkinos.

Tom Cruise: Stunts und Explosionen? Jetzt macht sich der Actionstar bereit fürs Feuilleton

Tom Cruise, 64, ist Ethan Hunt, der mit einem Fallschirm am Rücken auf einem Motorrad eine Klippe hinunter brettert . Er ist Maverick, der das Bedürfnis nach Geschwindigkeit verspürt. Aber nimmt man ihn noch als Künstler wahr? Für performative Cineasten hatte Cruise zuletzt wenig zu bieten. Doch das ändert sich möglicherweise in diesem Jahr mit seinem Auftritt in »Digger« vom oscarprämierten Regisseur Alejandro González Iñárritu (»Birdman«).

In der aktuellen »GQ«-Titelgeschichte  sprechen Cruise und Iñárritu über ihr neues Werk, das das Magazin als »riskantesten kreativen Schritt seit ›Tropic Thunder‹« sieht. Nur folgerichtig, dass er dann auch Sätze sagt, die eher nach Programmkino klingen als nach Multiplex. Handys halte er etwa so fern von sich wie nur möglich. Seine Einstellung sei: »Schickt mir keine ausführlichen E‑Mails. Kommt und redet mit mir.«

Das erinnert an Feuilletonliebling Christopher Nolan, der kürzlich von sich behauptete, er lebe ohne Smartphone und lese Mails nur auf Papier. Cruise lebt zwar nach eigenen Angaben nicht ganz abstinent, gibt sich jedoch selbstverständlich kritisch und »möchte so wenig Zeit wie möglich damit verbringen.« Hat auch definitiv einen anderen Sound als die Promo für »Top Gun: Maverick«, für die Cruise mit Talkshow-Host James Corden in einem Kampfjet aufstieg .

Optisch bricht Cruise ebenfalls mit seinen Werken der vergangenen Jahre. Für Iñárritu gibt er einen Ölmagnaten mit schütterem Haar und Bauchansatz statt mit Waschbrettbauch.

Fremd ist Cruise die Arbeit mit den Lieblingsregisseuren der Cineasten jedoch nicht. Auf dem Weg zu »Mission: Impossible 8« und »Top Gun 2« ist bloß etwas in Vergessenheit geraten, dass Cruise einst auch für ikonische Hollywoodregisseure wie Stanley Kubrick (»Eyes Wide Shut«), Francis Ford Coppola (»Die Outsider«) oder Paul Thomas Anderson (»Magnolia«) vor der Kamera stand.

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Fans seiner Actionfilme müssen sich jedoch keine Sorgen machen. Im Gespräch mit »GQ« sagt Cruise etwa auch: »Ich glaube, wenn man mein Leben betrachtet, würde man sagen: Ich stehe gern am Rand einer Klippe – sowohl im wörtlichen als auch im übertragenen Sinne. Er betrachte das Leben als Abenteuer. »Habe ich also Angst vor dem Tod? Nein.«

Klingt so, als könnte er sich schon vorstellen, noch mal mit einem Motorrad von einer Klippe zu springen.

jml